Dank der Gewerbesteuer

Freitag, 19. Februar. 2010

Über einen vollen Klubraum konnte sich heute der Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes (NUV) freuen. Zum ersten Klubabend in diesem Jahr begrüßte NUV-Chef Hans-Joachim Junker Landrat Joachim Claus (CDU) sowie die städtische Bau- und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU). Damit war das Programm der Veranstaltung vorgegeben...


Hans-Joachim Junker resümierte das zurückliegenden Jahr, das durch die Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt war. Die Kleinteiligkeit der regionalen Wirtschaft habe es möglich gemacht, dass der große "Kelch der Krise" an der hiesigen Wirtschaft vorbeigegangen sei und dass das aktuelle Jahr zur weiteren Konsolidierung genutzt werde.

Ausgehend vom beschlossenen Stadtentwicklungskonzept soll es die Schwerpunkte in der Innenstadt, der Altstadt sowie in Nordhausen Ost geben. Inge Klaan hofft denn auch, dass es noch in diesem Jahr den Baubeginn für ein Kaufhaus am Pferdemarkt geben werde. Danach stellte die Dezernentin den Architekten-Wettbewerb zum Blasiikirchplatz vor. Details hierzu können dem Archiv der nnz entnommen werden. Informationen gab es zur elf Millionen Euro teuren Kulturbibliothek neben dem Rathaus, die für 250 Stühle Platz bieten soll und die so genannte Himmelgarten-Bibliothek integrieren soll.

Und: die den Mitgliedern des Rates angenehme Arbeitsbedingungen sichern soll. Wenn die bei den Sitzungen anwesenden Journalisten dann nicht mehr mit einer Arbeitsfläche von 0,4 Quadratmeter abgespeist werden, dann kann diese Baumaßnahme "genehmigt" werden.

Dann weiter in die Altstadt zum künftigen Stadtmuseum, der jetzigen Flohburg, das 4,4 Millionen Euro kosten soll. Sowohl die Bibliothek als auch das künftige Museum können durch die Städtebauförderung finanziert werden. Ach, ja – da waren auch noch die unterschiedlichsten Quartierkonzepte und die Lückenbebauung. Alles alte Themen, die selbst durch Fördermittel vermutlich nicht besser werden. Und so warb denn Frau Klaan auch hinsichtlich der Immobilienfinanzierung, die – dank der Krise – so günstig wie nie seien. Vermutlich vermutet die Kommunalpolitikerin in diesem Gremium ein investitionsfreudiges Klientel.

Weitere Schwerpunkte in der „Veränderung“ der Rolandstadt seien die Sanierung der Lessing-Schule sowie die Neugestaltung des Kinderhauses in Nordhausen-Ost. Letztes soll eine Versorgungsfunktion für den Stadtteil erhalten, die bisherige Angebote ergänzen soll.

Zum Schluss noch eine frohe Botschaft der Frau Klaan. In diesem Jahr soll mit der Erschließung des Industriegebietes in der Goldenen Aue begonnen werden.

Hans-Joachim Matzelle, Fachgebietsleiter für Bau im Nordhäuser Landratsamt, stellte den NUV-Mitgliedern die Maßnahmen des Konjunkturpaketes im Landkreis vor. Diese Aufzählung ersparen wir uns, dass ist im Archiv der nnz mehrfach dargestellt worden. Schwerpunkte sind hierbei die schon oft benannten Schulen in der Trägerschaft des Landkreises Nordhausen. Insgesamt werden im Bereich der Bildung 5,8 Millionen Euro verbaut werden.

Im Bereich der Infrastruktur steht die Schwimmhalle Sollstedt mit 788.000 Euro im Mittelpunkt, rund 300.000 Euro sind bereits verbaut. Weitere Projekte sind in der Kreismusikschule sowie im Geopark Werna angesiedelt. In Summe sind das runde 900.000 Euro.

Nicht gefördert wird die Unterhaltung der Straßen in Trägerschaft des Landkreises. Allein der bisherige Winterdienst sprengte alle bisherige Rahmen, wenn Schnee und Eis erst einmal weggetaut sind, dann werde es erschreckend werden.

Auch aus der Unternehmerschaft wurde Projekte vorgestellt. Axel Heck von Heck-Immobilien stellte die studentische Wohnanlage am Taschenberg in den Fokus seiner Präsentation, die mit einem Blick in die Firmenhistorie begann, die nun schon das 20, Jahr schreibt. 128 Wohnungen werden hier entstehen, die mit alternativen Energiegewinnungsformen ausgestattet sind. Vier Millionen Euro will Heck investieren, inklusive eines Studentenkellers, der im Gewölbe der ehemaligen Brauerei etabliert wird.

Dr. Etzrodt von der Tierzucht van Asten referierte ebenfalls zur Historie, die 1997 in Nordhausen begann. 105 Mitarbeiter und 14 Lehrlinge haben an der Darre eine Beschäftigung und Ausbildung. Neben den Investitionen gibt es auch das Engagement in alternative Energien. 1,8 Millionen Euro werden in eine Photovoltaikanlage investiert. Mit dem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro wurde die Schweinemastanlage in Uthleben auf Vordermann gebracht. Mehrere Millionen Euro flossen in eine Biogasanlage.

Die wichtigste Investition gibt es für das Unternehmen derzeit allerdings im Weimarer Land. Dort wird eine Schweinemastanlage, gepaart mit einer Biogasanlage, für 26 bis 27 Millionen Euro aufgebaut. Insgesamt haben bei „Van Asten“ mittlerweile 170 Frauen und Männer einen Job.

Das Schlusswort des offziellen Teil bleib Landrat Joachim Claus vorbehalten. Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft soll neu ausgerichtet werden. Wie bekommen wir lehrstellen-fähige Schüler? Die Beantwortung dieser Frage solle im Mittelpuunkt stehen. Dazu wünscht sich der Politiker eine kritische Diskussion, die für alle Seiten zu einem Erfolg führen kann.