Einigkeit demonstriert

Freitag, 25. Juni. 2010

Der Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) hatte am gestern Abend zu einem weiteren Klubgespräch eingeladen. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Umsetzung des Koalitionsvertrages zwischen SPD und CDU in Thüringen. Und der gemeinsame Auftritt zweier Koalitionäre...

Vor allem wollte die Unternehmerschaft wissen, wie präzise in dem Papier die Haltung zum künftigen Rohstoffabbau, mit Schutzzonen sowie der Land- und Forstwirtschaft formuliert sei und wie die Politik dies umsetzen will? Dazu hatte der NUV-Vorstand zwei Referenten in den Hof der Echter Nordhäuser Traditionsbrennerei eingeladen: die SPD-Landtagsabgeordnete Eleonore Mühlbauer und ihren Kollegen aus der CDU-Fraktion, Egon Primas. In das Thema leitete NUV-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Junker ein, in stellte den künftigen Naturpark Südharz sowie dessen Auswirkungen für die Wirtschaft der Region in den Fokus seiner Betrachtungen.

Egon Primas meinte, dass er stolz war, dass er an den Koalitionsverhandlungen teilnehmen konnte und berichtete vom Verlauf der Verhandlungen und vom Zustandekommen des Vertrages nach der Landtagswahl im vergangenen Jahr. Eleonore Mühlbauer nahm den Ball auf und schilderte aus ihrer Sicht die Tage bis zur Unterzeichnung des Vertrages. „Der Naturpark Südharz ist im Koalitionsvertrag festgeschrieben, geprüft werden soll die Ausweitung auf ein eventuelles Biosphärenreservat Südharz. Nach dieser Prüfung ist das jedoch nicht möglich, da von der eventuellen Kernzone auch Privatwald betroffen sei“, so Primas.

Die Ausweisung des Naturparks könne jetzt zügig erfolgen, allerdings solle der Naturpark nicht das Sprungbrett zum Biosphärenreservat werden. Auch der Rohstoffabbau, in erster Linie Gips, sei ein wichtiges Thema bei den Verhandlungen zwischen SPD und CDU gewesen. Fakt ist, es gibt keine neue Verritzung, bestehende Abbaufelder jedoch sollen umfassend genutzt werden können, so wie es die genehmigten Betriebspläne vorsehen würden.

Diskutiert wurde anschließend zum Beispiel zur Gentechnik. Hier zeichnete sich in der Unternehmerschaft ein klares Votum für die Gentechnik ab. Eleonore Mühlbauer lehnt das ab, weil es immer noch nicht kalkulierbare Risiken gebe. Weitere Themen der Debatte waren die Gewinnung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen sowie die weitere Stärkung der Nordhäuser Fachhochschule in punkto „grüner Technik“.

Für die Mitglieder des Nordhäuser Unternehmerverbandes war es eine interessante Diskussion, die vor allem von den beiden Referenten positiv getragen wurde und die gekonnt bewiesen, dass – zumindest im Bereich Umwelt und Landwirtschaft – ein Konsens besteht und das Koalition ein Miteinander ist. Letztlich geht es nicht um politische Befindlichkeiten, sondern um die Heimat. Um Thüringen.