Erster Schritt

Mittwoch, 11. August. 2010

Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Eleonore Mühlbauer (SPD) und Egon Primas (CDU) über die Start der Koalition vor Unternehmern des gleichnamigen Nordhäuser Verbandes (NUV) philosophiert. Jetzt melden sich die beiden Naturschutzexperten wieder zu Wort...



Es sei dem Thüringer Forstministerium mit dem Positionspapier „Wald im Wandel – eine Chance für Thüringen“ gelungen, gemeinsam mit allen Akteuren einen ersten Schritt zu einem tragfähiges Konzept für den Wald in Thüringen zu erarbeiten. In dem Konzept werden die vielfältigen Interessen und Wünsche der Waldbesucher, Waldbesitzer und Waldnutzer zusammengeführt. Grundlage dieses Papiers ist selbstverständlich der Koalitionsvertrag von CDU und SPD, der vorsieht, 25 000 Hektar Wald aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Darauf haben die naturschutzpolitischen Sprecher von CDU und SPD-Fraktion, Egon Primas und Eleonore Mühlbauer, heute in Erfurt hingewiesen.

„Für die Förderung der Artenvielfalt und des Biotopverbundes müssten geeignete Flächen des Landeswaldes unter Beachtung ökologischer wie ökonomischer Grundsätze bis 2012 identifiziert und danach forst- und naturschutzrechtlich entsprechend gesichert werden“, so Primas und Mühlbauer. Spätestens 2029 müssten die notwendigen Waldumbaumaßnahmen abgeschlossen und die forstwirtschaftliche Nutzung beendet sein. Die Koalition habe sich darauf verständigt, bei den zu identifizierenden 25 000 ha Waldfläche solche Flächen zu berücksichtigen, auf denen der Holzeinschlag bereits erfolgt ist oder nach betriebswirtschaftlichen Maßstäben ein Holzeinschlag nicht erfolgen sollte. Vorrangig kämen Steillagen in Betracht.

Zu den aktuellen Debatten um das Positionspapier sagten die Umweltfachleute der Koalitionsfraktionen, Naturschutzverbände und Holzindustrie hätten sich aktiv in die Diskussion um die Zielvereinbarungen für eine künftige nachhaltige Waldbewirtschaftung eingebracht. Dabei seien die unterschiedlichen Ansprüche einzelner Interessengruppen deutlich geworden, das sei legitim.

Bei allen Differenzen gelte es jedoch, die gemeinsame Grundlage nicht aus den Augen zu verlieren. „Uns verbindet die gemeinsame Sorge um die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes“, betonen Primas und Mühlbauer.