Blowing in the Wind

Donnerstag, 06. September. 2012

Der Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) hatte am Mittwochnachmittag zu einem Klubabend in ein Unternehmen eingeladen, das unmittelbar mit der Nutzung erneuerbarer Energien verbunden ist: der Rotorblattbauer Sinoi GmbH in Nordhausen. Und da kennt man die Antwort auf den Wind...

Auch die musikalische Begrüßung der Gäste war dem Themenabend angemessen. Zu Gehör gebracht wurde der Bob-Dylan-Klassiker “Blowing in the Wind”. Begrüßt wurden die Unternehmer vom kaufmännischen Direktor der Sinoi GmbH, Carsten Zaremba, der sowohl die Historie des Standortes als auch das Produktionsportfolio vorstellte. Danach führte NUV-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Junker in das Thema ein und begrüßte besonders die Landtagsabgeordnete Evelin Groß (CDU), die für den Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh in den Landtag nachgerückt ist. Wenig später nahm auch Landrätin Birgit Keller an der Veranstaltung teil. Junker nannte die begonnene Energiewende einen Balanceakt zwischen einer Jahrhundertaufgabe zur “Rettung der Erde” oder einem Jahrhundertflop in Bezug auf Preisentwicklung, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Prof. Dr. Joachim Fischer von der Nordhäuser Fachhochschule ging dabei sowohl auf den energiepolitischen Hintergrund und die Historie der Energiewende ein, schilderte aber auch den Status Quo der erneuerbaren Energien in Thüringen. Im Freistaat gibt es keine großen thermischen Kraftwerke, dafür habe sich der Anteil der regenerativen Energien erfreulich entwickelt, vor allem die Nutzung der Bioenergie. Ziel für Thüringen sei der Ausbau der regenerativen Energien auf 45 Prozent des Gesamtbedarfs bis zum Jahr 2020. Technische Potentiale wären in Thüringen durchaus vorhaben, so Prof. Fischer. Schwerpunkt werde die konsequente Nutzung der Windenergie sein. Dann könnte Thüringen, so sein Blick in die Zukunft, sogar ein Exporteur von Energie werden.

Danach berichtete Hans-Peter Dörflinger, der Geschäftsführer der Energieversorgung Nordhausen, über die Sichtweise eines Energieversorgers vor Ort. In dieser Position müssen man dem Kunden erklären, dass die Energiewende nicht nur notwendig sei, sondern dass diese Politik ihren Preis habe. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, schließlich müssten die Verbraucher diesen Preis aufbringen. Dörflinger schilderte auch Probleme.

Er sagte, das 97 Prozent aller Photovoltaik-Anlagen zum Beispiel nicht an die überregionalen Netze angeschlossen sind, sondern sie belasten die regionalen Netze wie die der EVN, die für diese Struktur nicht geplant und realisiert wurden. Seit vielen Jahren engagiert sich der regionale Versorger in der Photovoltaik-Technik. Beispiele sind die EVN-Gebäude selbst oder die beiden Schulen auf dem Petersberg in Nordhausen.

Nach den Ausführungen des technischen Leiters der Sinoi GmbH, Niels Ludwig, wurden die Mitglieder des Unternehmerverbandes durch die Produktionsräume geführt und wurde der gesamte Prozess erläutert. Fazit aus der Sicht des Produzenten von Rotorblättern mit einer Länge von 25 und 50 Metern: Absatzprobleme wird man in den kommenden Jahrzehnten nicht bekommen.