Das Problem mit den Fachkräften

Mittwoch, 13. März. 2013

Das erste Treffen des Jahres 2013 führte die Mitglieder des Nordhäuser Unternehmerverbandes (NUV) in die Werkstätten der Nordthüringer Lebenshilfe. Im Mittelpunkt stand dabei das Problem der immer stärker fehlenden Fachkräfte...

Nach der kurzen Begrüßung durch die Geschäftsführerin der Nordthüringer Lebenshilfe gGmbH, Tilly Pape, eröffnete NUV-Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Junker das Unternehmertreffen und begrüßte Landrätin Birgit Keller sowie Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh als Gäste des Treffens. Dann würdigte er das Unternehmen Feuer Powertrain, das in diesem Monat mit “Axia Award 2012” ausgezeichnet wurde.

Danach widmeten sich mehrere Referenten dem Fachkräftethema. Als erster zog der Vorsitzende Geschäftsführung der Arbeitsagentur Nordhausen, Karsten Froböse, eine Bilanz der Arbeitsmarktentwicklung in Nordthüringen. Hier habe sich ein Wandel vollzogen, der aussagt, dass die Arbeitslosigkeit in Nordthüringen unter der Quote vieler Städte im Ruhrgebiet entwickelt haben. Auch beim Ausbildungsmarkt sei ein kompletter Wandel zu verzeichnen. Nicht lange ist es her, da zwei Bewerber auf einen Ausbildungsplatz kamen. Jetzt gibt es mehr Ausbildungsstellen als Bewerber.

Daraus ableitend, müssen junge Menschen unbedingt in der Region gehalten und wieder zurückgeholt werden. Dazu gehöre das Werben, dazu gehöre aber auch die Steigerung der Attraktivität der Arbeitsplätze – eine Aufgabe, die von den Unternehmen zu lösen sei. Und letztlich müssen auch jene jungen Menschen in Arbeit gebracht werden, die keinen Schulabschluss in der Tasche haben oder die eine Berufsausbildung abgebrochen haben.

Im Anschluss daran stellte die Geschäftsführerin der Nordthüringer Lebenshilfe gGmbH, Tilly Pape, die gemeinnützige Einrichtung vor. Es sei eine Einrichtung, in der für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen eine sinnvolle Beschäftigung angeboten wird und die zudem einen wirtschaftlichen Faktor darstelle. 300 Frauen und Männer betreuen etwa 800 Beschäftigte mit unterschiedlichsten Behinderungen.

Neben Kindertagesstätten oder Wohnheimen sind es die vier verschiedenen Standorte der Nordthüringer Werkstätten, die den Fokus der weiteren Vorstellung bildeten. Die Details stellte Werkstattleiter Karsten Sochurek vor, der für eine weitere Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region warb.

Als dritter Referent des Abend stellte Oliver Wönnmann, Geschäftsführer des Kurbelwellenherstellers Feuer Powertrain, die Wege der Mitarbeiterentwicklung vor. 430 Mitarbeiter sind es aktuell an diesem Standort in Nordhausen. Neben der Förderung des eigenen Nachwuchses müssen laut Wönnmann auch Facharbeiter aus anderen Bundesländern zurückgeholt werden.

Zu dem bietet Powertrain momentan Arbeit für zwölf junge Ungarn, darunter einem Auszubildenden. Im Übrigen müsse dem eigenen Nachwuchs eine nachhaltige Berufszukunft gegeben werden. In diesem Fall sei das die Übernahme in eine unbefristete Arbeit nach bestandener Ausbildung.

Fazit des Treffens durch NUV-Chef Hans-Joachim Junker: “Die Bewältigung des Fachkräfteproblems ist eine komplexe Aufgabe, die komplexe Lösungen erfordere. Dabei komme es auf das Zusammenspiel aller Akteure in einer Region an. Zudem sollen sich die Unternehmen nicht scheuen, eingefahrene Wege zu verlassen. Mit neuen Ideen und Angeboten können dringend benötigte Fachkräfte geworben und langfristig gebunden werden.”