NUV engagiert in Sachen Politik

Mittwoch, 19. Juni. 2013

Bekanntlich wird am 22. September der 18. Deutsche Bundestag gewählt, der Wahlkampf ist in vollem Gange und die Kandidaten nehmen jede Gelegenheit wahr, um sich ihren Wählern vorzustellen. Der Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) gab gestern den WahlkreiskandidatInnen eine solche Gelegenheit. Die der Berichterstatter der nnz interessiert verfolgte...

Die Vorstellung fand in Form eines Podiumsgesprächs im Hof der Traditionsbrennerei statt. Am erhöhten Podium begrüßte der Vorsitzende des NUV, Joachim Junker Sigrid Hupach (Linke), Carmen Listemann (SPD), den Moderator Peter-Stefan Greiner (nnz-online) und Manfred Grund (CDU). Und natürlich das Auditorium, aus Mitgliedern des NUV und Gästen, unter denen man neben dem Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh auch Vorsitzende und Vertreter der Parteien ausmachen konnte. Die – im Falle von FDP und Bündnis 90/Grüne – auch deren entschuldigte Kandidaten Steffen Dreiling und John Dauert vertraten.

Was sich in der Folgezeit entspann war mehr eine persönliche Vorstellung der Kandidaten als eine Vorstellung ihres Wahlprogramms. Dazu konnte es auch schwerlich kommen, war ihnen seitens des Moderators doch nur jeweils eine Vorstellungszeit von drei Minuten vorgegeben, die einzelne der Kandidaten sogar noch unterboten. Immerhin gelang es ihnen, wenigstens Eckpunkte ihrer Wahlprogramme vorzustellen. Die man allerdings als Zeitungsleser schon sehr viel ausführlicher gekannt haben dürfte. Und auf die deshalb hier nicht weiter eingegangen wird.

Hatte sich der Moderator schon zuvor rhetorisch bemüht, eine günstige Gesprächsatmosphäre zu schaffen, war er es auch, der die Diskussion mit einer ersten Frage an Manfred Grund in Gang zu bringen versuchte: ob er (Grund) überhaupt noch als Mitglied des Bundestages seit 1994 die richtige Motivation besitze, um sich wirklich intensiv dem Wahlkampf widmen zu können, seine Kandidatenchancen können doch schon fast als Selbstläufer gesehen werden.

Aus der Antwort Grunds war leicht zu entnehmen, dass er Politiker aus Leidenschaft ist. Und dazu gehöre eben auch sein Engagement als Kandidat für die Region, wobei er als Beispiel neben den Bundesinvestitionen in die Infrastruktur auch Freude an den zunehmenden Anfragen nach Fördermitteln für Einrichtungen hat, die mit Kultur, mit Tradition und mit Geschichte zu tun haben. Baudenkmäler etwa, die bundesweite Bedeutung haben. Schloss Heringen gehöre dazu, die Basilika Münchenlohra, aber auch der Park Hohenrode. Wobei es ihn freut, vermitteln zu können, wodurch ja auch Bürger zur weiteren Gestaltung angeregt werden.

Es war dann FH-Professor Gerd-Rainer Vollmer, der mit einer Frage zum Thema Solarenergie und -förderung die eigentliche Diskussion begann. Die von den Kandidaten entsprechend der Auffassung ihrer Parteien beantwortet wurden. Die dann folgenden Fragen tendierten zunehmend zur regionalen Infrastruktur, Verkehrsausbau der B4, der B 243. Hier war wieder vor allem Manfred Grund gefragt, der zwar offene Ohren für die vorgetragenen Forderungen zeigte, aber Prioritäten gesetzt haben möchte. Und da scheint der weitere Ausbau der B243 zunächst an der Reihe zu sein.

Auch das Industriegebiet Goldene Aue wurde angesprochen, das aber mit dem Hinweis auf die Landesplanung beschieden wurde. An Bundesthemen wurde noch die Angleichung der Renten in der kommenden Legislaturperiode angefragt, doch waren dabei die Kandidaten einig, dass es eine solche kaum vor 2020 geben wird. Manfred Grund wies dabei auf den Zusammenhang mit der Lohnangleichung hin, was von seiner SPD-Kollegin auch bestätigt wurde.

Ein reines Bundestagsthema war schließlich eine Frage zum Afghanistan-Engagement der Bundesregierung, das von der Vertreterin der Linke mit dem Hinweis strikt abgelehnt wurde, dass ihre Partei von vornherein gegen ein solches gewesen sei. Während Grund meinte, dass verbindliche Zusagen über die laufende Legislaturperiode hinaus nicht möglich seien.

Es war eine Diskussion, die wenig Spannung enthielt und eher schleppend verlief. Immerhin kennt man nun die KandidatInnen, soweit sie präsent waren und jeder der Teilnehmer kann sich ein eigenes Bild machen. Der Moderator leitet sicher, hatte es aber auch nicht schwer. Die anschließenden persönlichen Gespräche untereinander könnten aufschlussreicher gewesen sein, wobei auch hier Manfred Grund seine politische Kompetenz und Cleverneß erkennen ließ.

Julius Seifert
NNZ-Online, Dienstag, 18. Juni 2013, 10:40 Uhr

Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl (Foto: J. Seifert)

Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl (Foto: J. Seifert)