Nordhäuser Kaefer-Monteure haben sogar schon Kreuzfahrtschiffe isoliert

Mittwoch, 22. Oktober. 2014

Nordhausen. Es begann vor über 90 Jahren: Carl Kaefer hatte die Idee, Schiffskühlräume mit Torf aus dem Teufelsmoor bei Bremen zu isolieren. Die Idee war erfolgreich und legte den Grundstein für ein Unternehmen, das heute als Kaefer Gruppe mit mehr als 18.000 Beschäftigten in über 50 Ländern weltweit in der Isoliertechnik tätig ist.

"Am 1. Juli 1990, am Tag der Währungsunion, hat Kaefer in Nordhausen eine Niederlassung gegründet, damals noch in der Rothenburgstraße", erinnert sich Norbert Ringleb. Der aus Bernterode stammende Diplom-Ingenieur stieg als Standortleiter ein und startete mit drei Mitarbeitern. "Unser erster Auftrag war die Isolierung einer Rohrtrasse im Zementwerk Deuna", blickt Ringleb zurück. Das Unternehmen entwickelte sich gut, beschäftigt heute über 30 Mitarbeiter am Standort "An der Helme 19", wo sich der Betrieb vor fünf Jahren angesiedelt hat.

Norbert Ringleb leitet bereits seit 1990 den Nordhäuser Standort der Kaefer-Gruppe.

"Bis heute hatten wir in den 24 Jahren keine Kurzarbeit", sagt Norbert Ringleb nicht ohne Stolz. "Die Wirtschaftskrise 2008 ist an uns vorbeigegangen, weil wir ganz am Ende der Produktionskette stehen", liefert er als Erklärung. Sein Unternehmen sei vorwiegend in der Kali-, Automobil- und Zement-Industrie tätig. Die Kaefer-Mitarbeiter isolieren Rohrleitungen, Behälter und komplette Anlagen, etwa in der Energiewirtschaft mit Kraftwerken und Ferntrassen. "Wir haben sogar schon Kreuzfahrtschiffe isoliert", nennt der Standortleiter ein ungewöhnliches Beispiel.

"Wir sind auch in der Region präsent und haben Aufträge für die Deusa in Bleicherode, Knauf in Rottleberode, Klemme und Schachtbau in Nordhausen, um die wichtigsten Unternehmen zu nennen", zählt Ringleb auf. Weitere Großaufträge betreffen das VW-Werk in Baunatal bei Kassel und Kali + Salz in Unterbreizbach, Heringen, Neuhof und Philippsthal.

"Mit uns können die Betriebe Energie und damit Kosten einsparen", betont der Standortleiter. Überall dort, wo Lecks oder undichte Stellen auftreten, sind die Kaefer-Mitarbeiter gefordert. Wärme-Isolierungen sind mit 80 Prozent das Hauptgeschäft von Kaefer, zehn Prozent betreffen Kälte-Isolierungen.

Doch auch im Schall- und Brandschutz ist Kaefer aktiv. Diese Bereiche teilen sich die restlichen zehn Prozent. "Wir können uns über die Auftragslage derzeit nicht beschweren, müssen aber immer fleißig hinterher sein", schätzt Norbert Ringleb ein. Der Kundenstamm belaufe sich auf über hundert. "Jedes Jahr brechen ein, zwei Kunden weg, aber es kommen sechs bis acht neue hinzu", hat der Standortleiter beobachtet.

Jürgen Dietrich bedient die Blechschneidemaschine in der Werkstatt der Nordhäuser Kaefer Montage GmbH im Sundhäuser Gewerbegebiet. Foto: Hans-Peter Blum

Norbert Ringleb leitet bereits seit 1990 den Nordhäuser Standort der Kaefer-Gruppe. Foto: Hans-Peter Blum