NUV mit Ramelow im Dialog über Industriegebiet

Freitag, 15. Januar. 2016

Nordhausen. Der Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) plant eine Veranstaltung mit Ministerpräsident Bodo Ramelow und Wirtschaftsministe Wolfgang Tiefensee. Dabei soll es um die Vermarktung des Industriegebietes „Goldene Aue“ gehen. Laut NUV-Chef Niels Neu hat Ramelow versichert, dass das Land die Fläche bereits aktiv vermarkte, zuletzt sehr offensiv auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. „Diese Bemühungen sollten bei uns im Südharz kommuniziert werden“, meint Neu. Wo viele den Eindruck hätten, es passiere noch nichts. Aus seiner Sicht muss auch das Land nun alle Kraft in dieses Gebiet stecken, das mit Millionen Euro erschlossen wurde. Im Gespräch mit unserer Zeitung steht für Neu eine Verständigung zwischen Gipsindustrie und Politik ebenfalls oben auf der Agenda. Einen runden Tisch hält der NUV-Vorsitzende für notwendig. Nur daran könnten Kompromisse erzielt werden, die im Sinne des Landkreises nötig und machbar seien. Eine Blockadehaltung, wie sie auch von vielen Kommunalpolitikern betrieben werde, bringe nichts. Generell sieht Neu bei der lokalen Politik einen Bedarf, wieder für mehr Glaubwürdigkeit zu werben. Man könne in diesem Punkt nicht nur auf die große Politik schimpfen. Zur Unglaubwürdigkeit trüge beispielsweise auch bei, wenn man eine Beigeordnetenstelle beibehalte und auf der anderen Seite Vereinen sagen müsse, dass sie sparen sollten. Auch wenn hiesige Politiker vom Bundesparteitag zurückkehrten und kein kritisches Wort über den Kurs der
Kanzlerin verlören, sei das schwer zu erklären. „All das fördert Politikverdrossenheit.“ Derweil hätten die Unternehmen noch immer mit dem Ruf zu kämpfen, die sogenannte „Heuschrecken“ der Wirtschaft einbrachten.
Seinen Verband sieht Neu aber auf einem guten Weg. Mit der Malerfirma Pichler, dem Autohaus Albertsmeyer und dem Rechtsanwalt Posch kommt der NUV nun auf 180 Mitglieder. Wenn es eine Landkreisfusion gibt, und davon geht Neu
aus, werde man auch einen neuen Namen finden, beispielsweise Nordthüringer Unternehmerverband. Bis dahin sollen weitere Mitglieder auch in den Nachbarkreisen gewonnen werden.

Nordhäuser Allgemeine, Herr Thomas Müller