Industriegebiet Goldene Aue: Erste Ansiedlung in diesem Jahr?

Freitag, 21. Oktober. 2016

Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbandes, sieht gute Chancen für ersten Vertrag. LEG widerspricht Nordhausen.

In die Frage der Ansiedlungen von Firmen im Industriegebiet Goldene Aue scheint Bewegung zu kommen. „Es wäre sogar schon etwas da gewesen, nämlich eine Logistikhalle. Doch die Landesregierung wollte lieber etwas Werthaltigeres an diesem Standort haben“, sagt Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV). Denn deren Ansprüche seien recht hoch und würden auf produzierendes Gewerbe mit einer höheren Anzahl von Arbeitsplätzen abzielen. „Ich bin aber zuversichtlich. Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass noch in diesem Jahr etwas passieren könnte und die erste Ansiedlung vermeldet werden kann“, so der Chef des Unternehmerverbandes. Das wollte Holger Wiemers, Pressesprecher der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft, die das Industriegebiet vermarktet, auf TA-Nachfrage gestern nicht bestätigen. Zum Stand von derzeit laufenden Gesprächen wolle er sich nicht äußern. Auf der nächsten Mitgliederversammlung werde die unbefriedigende Bauland-Situation im Landkreis zentrales Thema sein. „Denn irgendwo müssen die Menschen, die im Industriegebiet arbeiten, ja auch wohnen“, gibt Neu zu bedenken. In diesem Zusammenhang freue er sich, dass die Stadt im Fall der Straße der Genossenschaften ihr grünes Licht gegeben hat (wir berichteten). „Wir wollen bei der Stadt und auch den Stadträten ein Umdenkprozess in Gang setzen“, hat sich Neu zum Ziel gesetzt. Es müssten in Zukunft wieder mehr Wohngebiete ausgewiesen werden. Der Vorschlag der Landesregierung, der Landkreis Nordhausen solle sich mit dem Kyffhäuserkreis und Sömmerda zusammenschließen, ist für Neu nicht das größte Problem. Das sei doch erst der Anfang eines Diskussionsprozesses, der noch nicht abgeschlossen ist. „Für mich ist es viel wichtiger, dass endlich eine Funktional- und Verwaltungsreform angepackt wird“, betont er. So könne die mittlere Verwaltungsebene, sprich das Landesverwaltungsamt, komplett eingespart werden. „Wer zum Beispiel einen Bauantrag stellen möchte, muss diesen bei der kommunalen Behörde und beim Landesverwaltungsamt einreichen. Das ist ein unnötiger Aufwand, der viel Zeit und Geld kostet“, nennt er ein Beispiel. Natürlich habe sein Verband mit der Namensänderung von Nordhäuser in Nordthüringer Unternehmerverband auf die Nordschiene entlang der Autobahn 38 abgezielt, also auf die Verbindung vom Eichsfeld über Nordhausen in den Kyffhäuserkreis. Aus wirtschaftlicher Sicht hätten die Kreisgrenzen aber nur eine sekundäre Bedeutung. „Nach Sömmerda haben wir zum Beispiel Verbindungen zum Motorenwerk in Kölleda“, berichtet Neu. Aus politischer Sicht müsse man dies natürlich anders bewerten.

Quelle: TA Nordhausen, Hans-Peter Blum