Jahresabschluss des NUV zwischen Neuem und Tradition

Mittwoch, 04. Januar. 2017

Unternehmer des Jahres geehrt

Der Vorstand des Nordthüringer Unternehmerverbandes geht in der Auswahl der Stätten für seine Weihnachtsfeier systematisch vor. In diesem Jahr hatten sich die Vorständler des Verbandes die Goldene Aue als Veranstaltungsort ausgesucht. Doch die Tradition blieb, bis auf eine Ausnahme...

In diesem Jahr fand die am besten besuchte Veranstaltung des NUV im Heringer Schloss statt. Im Festsaal hatte das Harzwald-Catering, ein neues Mitglied im Verband, ein opulentes Büfett angerichtet. Zuvor jedoch gab es heimatlich-weihnachtliche Klänge und heißen Glühwein auf dem Platz vor dem Schloss.

Vor dem eigentlichen Event schließlich begrüßten Heringens Bürgermeister Maik Schröter beim Warm Up und NUV-Chef Niels Neu im Festsaal die Gäste, unter die sich natürlich auch Vertreter der lokalen und der Bundes-Politik gemischt hatten. In seinem Jahresrückblick ließ Neu nur kurz das Jahr Revue passieren und konnte mit berechtigtem Stolz verkünden, dass nunmehr 180 Einzelpersonen oder Firmen ihre Verbandsheimat im NUV gefunden haben. Danach durften sich vier neue Mitglieder des Verbandes vorstellen. Und es wurde Manfred Grund, dem CDU-Bundestagsabgeordneten in Nordthüringen, gedankt für sein Engagement für ein Recycling-Unternehmen in Niedergebra. Der wiederum plädierte in punkto Gebietsreform für ein Zusammengehen des Landkreises Eichsfeld mit dem Landkreis Nordhausen.

Und natürlich wurde die letzte Zusammenkunft in diesem Jahr dazu genutzt, wieder ein sozial-karitatives Werk zu verrichten. Im Namen der Mitglieder wurde der Nordhäuser Tafel ein symbolischer Scheck in Höhe von 1.000 Euro übergeben. Das war bereits die zweite Spende an diesem Tag für Helga Rathnau und ihr Team.

Soweit zu den Traditionen und zum Neuen. Zum ersten Mal wurde der Unternehmer des Jahres gemeinsam mit Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft und dem Nordhäuser Unternehmerverband verliehen. Ganz ohne Knirschen zwischen den beiden Verbänden soll das nicht abgegangen sein und so wurde zu einer diplomatischen Version der Übergabe gegriffen. Der Preisträger des Vorjahres – Ullrich Schlegel - übergab den diesjährigen Preis an Uwe Lier. 

Der 53jährige sei ein leiser Unternehmer, der ohne Spektakel zu veranstalten, ein Herz für das Vereinsleben in Nordthüringen habe. Er unterstütze rund 20 Vereine in den Landkreisen Eichsfeld und Nordhausen sowie im Kyffhäuserkreis. Vielleicht ist die Unterstützung etwas sportlastig, aber der einstige aktive Fußballer kann auch hier noch nicht aus seinen Schlappen. Niels Neu würdigte das unternehmerische Risiko, das Uwe Lier kurz nach der Wende eingegangen sei. Er sei eben nicht der Kfz-Meister von der Pike an gewesen. Nach seinem Job als technischer Leiter bei Universalbeton habe Lier seinen Meister gemacht und einen Fahrzeughandel mit Ausrichtung auf Tuning aufgebaut und zu einer festen Größe über die Region hinaus etabliert.

Wer Uwe Lier ein wenig näher kennt, weiß, dass diese Laudatio ihm schon fast zu peinlich ist. Deshalb hier an dieser Stelle ganz persönlich: Herzlichen Glückwunsch. Der wurde von Niels Neu fast 30 Minuten interviewt, auch zum Zustand seines Lieblingssportvereins, bei dem er unter Motor Nordhausen West kickte. Hier hatte Uwe Lier klare Ansagen: Es seien sehr merkwürdige Strukturen, ein viel zu großer Kader und zu viele Strömungen in der Mannschaft. Und noch eines musste er loswerden: „Wenn ich versehentlich italienische Autos kaufe, dann will ich die gleich wieder loswerden.“ Nicht nur Insider wissen, was und wer damit gemeint ist.

Nun aber wieder zurück zur Tradition. Nach all den Ehrungen und Übergaben wurde das Büffet eröffnet. 

 

Quelle: Peter-Stefan Greiner, nnz-Online 19.12.2016: Link zum Artikel