Eine Familie mit Benzin im Blut

Dienstag, 20. Juni. 2017

Nordhausen. Als Sascha Albertsmeyer das Licht der Welt erblickte, war Vater Uwe gerade zur Rallye. Sein Filius, heute einer der beiden Geschäftsführer im Autohaus Albertsmeyer, muss lächeln, als er die Geschichte über den begeisterten Rennsportler erzählt.

„Da wurden noch Prioritäten gesetzt“, kommentiert er die Abwesenheit seines Vaters amüsiert, während Bruder Michael noch einen draufsetzt: „Für Papa gab es damals schon nichts Größeres als Volkswagen.“ Einmal im Urlaub in Ost-Berlin habe er eine spontane Kehrtwende hingelegt, nur um einen der damals noch seltenen Wolfsburger Boliden in Augenschein zu nehmen, sagt er über den heute 74-Jährigen, der am 30. März 1990 einer der ersten Autohändler in den neuen Bundesländern wurde, der per Vertrag VW und Audi verkaufen durfte.

Spätestens hier wird klar: Uwe Albertsmeyer hat Benzin im Blut. Und an seine Söhne hat er dieses Gen vererbt. Der Leidenschaft ihres Vaters wegen darf nun ein ganzes Unternehmen Jubiläum feiern. In diesem Jahr blickt das Autohaus Albertsmeyer auf eine nunmehr 50-jährige Historie zurück.

Doch eigentlich hatte bereits Großvater Herrmann den Grundstein der heute drei Niederlassungen zählenden Firma gelegt. Der habe nach dem Krieg in Worbis nämlich eine Minol-Tankstelle mit Pflegeservice gegründet. „Aus dem Servicegedanken heraus wuchs 1967 die Trabant-Vertragswerkstatt un-seres Vaters“, erklärt Michael Albertsmeyer. Zehn Mitarbeiter – das Maximum für Selbstständige in jener Zeit – habe der Vater damals gehabt, erzählen die Brüder, die heute etwa 150 Angestellte in ihren Reihen zählen.

Sie selbst seien in das Unternehmen hineingewachsen. Während Mutter sich um die Buchhaltung und Vater um die Reparaturen kümmerte, „spielten wir zwischen Kugellagern und Ersatzteilen“, erinnert sich Sascha Albertsmeyer.

Der Weg war geebnet: Nachdem die Konzernmarken VW und Audi 2002 aufgespaltet wurden, übernahm Michael Albertsmeyer die Führung über Audi. „Herr der Ringe“, nennt Sascha Albertsmeyer seinen Bruder seitdem liebevoll, weil er sich stattdessen um die Geschäfte der Volkswagen-Sparte kümmert.

Nur ein Jahr nach seinem Einstieg in die Geschäftsführung durfte die Familie 2005 ihre zweite Niederlassung in Leinefelde einweihen. Ende 2015 folgte ein weiteres Standbein: Mit der Übernahme von Autohaus Wille in Nordhausen zählt das Unternehmen nun drei Standorte. Man sei sehr zufrieden mit der Entwicklung in der Rolandstadt, versichern die Albertsmeyers. „Wir wurden als Eichsfelder gut aufgenommen“, lachen die beiden und können den Nordhäuser Kunden im Jubiläumsjahr gleich noch eine Neuheit ankündigen. „Voraussichtlich werden wir ab Herbst auch Seat als Marke mit ins Verkaufs- und Service-Portfolio nehmen“, sagt Michael Albertsmeyer.

Quelle: Peter Cott - Thüringer Allgemeine Nordhausen

Michael (links) und Sascha Albertsmeyer sind die Geschäftsführer von Autohaus Albertsmeyer in Nordhausen. An drei Standorten verkaufen die Brüder jährlich mehr als 2500 Neu- und Gebrauchtwagen. Ohne ein gutes Team gar nicht möglich, versichern beide. Foto: Peter Cott