Nur gemeinsam angehen

Mittwoch, 16. Februar. 2005

Nordhausen (nnz). In den zurückliegenden Jahren hatten Unternehmer immer wieder die ungenügende Schulbildung beklagt. Wie Unternehmen aber auch mit der Schule zusammen arbeiten können, darüber wurde im Nordhäuser Unternehmer Verband diskutiert.

 

Die Mitglieder des Nordhäuser Unternehmer Verbandes (NUV) hatten sich während ihres jüngsten Clubabends vor allem mit Zusammenhängen zwischen Schule und Betrieb auseinandergesetzt. Niels Neu, NUV-Vorstandsmitglied und Vorsitzender des regionalen Arbeitskreises „Schule und Wirtschaft“ der Landesarbeitsgemeinschaft, gab den Unternehmern und Gästen des Abends einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten des Arbeitskreises in den zurückliegenden Monaten.

 

„Die Landesarbeitsgemeinschaft war bereits im Jahr 1991 gegründet worden, doch vor allen Dingen war der Dialog zwischen Schule und Wirtschaft im vergangenen Jahr intensiviert worden. Wir haben versucht, mit Exkursionen in verschiedene Unternehmen im Landkreis Nordhausen die Schülerinnen und Schüler näher an die Berufswelt heranzubringen“, so Neu in seinem Statement. Bei diesen Betriebsbesuchen sei gegenseitiges Verständnis geweckt worden. Besonderen Wert hatten alle Beteiligten bei der Vorbereitung darauf gelegt, daß nur die Schüler eingeladen wurden, die sich auch exakt für diesen Beruf interessiert hatten.

 

Udo Weißmeyer, Fortbildungskoordinator am Staatlichen Schulamt in Worbis, der zu diesem Clubabend eingeladen worden war meinte, daß Schule nicht nur Spaß machen dürfe, vor allem in den Regelschulen fehle den Schülern oftmals noch der nötige Ernst. Dort seien nur 10 Prozent der über 300 Ausbildungsberufe bekannt, die in Thüringen angeboten werden.

 

Zu diesem Themenabend konnten auch Thüringens Familienminister Dr. Klaus Zeh sowie der Landrat Joachim Claus und der Nordhäuser Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (alle CDU) begrüßt werden. Joachim Claus machte deutlich, daß der Landkreis Nordhausen der erste Schulträger sei, der den berufswahlvorbereitenden Unterricht aufgenommen habe. Ein weiteres Projekt werde gemeinsam mit den Gymnasien und der Fachhochschule vorbereitet.

 

Minister Dr. Zeh ermunterte die Unternehmer dahingehend, diesen eingeschlagenen Weg der Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft weiter zu gehen. Mit dem Blick auf die demografische Entwicklung in Thüringen werde deutlich, daß schon in drei bis vier Jahren zu wenig Azubis am Markt seien. Unterstützt wurde von Dr. Zeh auch die angesprochene stärkere Einbeziehung der Eltern in den gesamten berufsvorbereitenden Prozeß.

 

Jürgen Schnell aus dem Kreis des Nordhäuser Unternehmer Verbandes erläuterte, daß sein Büro gezielt in die Schule gehe und dort nicht nur die künftigen Aufgabenbereiche vorstelle, sondern auch schon potentielle Bewerber einlade. Aribert Kupsch ergänzte, daß in die künftigen Aktivitäten des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft auch die Mitglieder des Firmenausbildungsverbundes einbezogen werden können. In die rege Diskussion zu diesem Thema brachten sich auch Otto Brandt und Horst Huck ein. Während Brandt darauf aufmerksam machte, daß neben der Schule und der Wirtschaft auch die Eltern für die Möglichkeiten der Berufsausbildung sensibilisiert werden müssen, forderte Huck eine neue gesellschaftliche Wertschätzung für das Arbeitsleben unter der jungen Generation.

 

Weitere Themen des Clubabends waren die Verstärkung der Seniorenarbeit. Hierzu wurde die Unterstützung von Existenzgründern durch erfahrene Unternehmer vorgeschlagen, sie sollen mit ihren praktischen Erfahrungen die Existenzgründer bei schwierigen Entscheidungen begleiten und so zu Mentoren avancieren. Aus aktuellem Anlaß verständigten sich der Vorstand des NUV und der Sachverständigenausschuß der Wirtschaft Nordhausen erneut auf ein klares Bekenntnis für das Industriegebiet in der Goldenen Aue.

 

PS: An diesem Abend wurde im Kreise des Nordhäuser Unternehmer Verbandes das 81. Mitglied herzlich begrüßt. Es ist die Spedition Kielholz und Rybicki GmbH, die neben Bischofferode auch in Nordhausen einen Firmensitz hat.

nnz-online.de