Abgeschlossen

Montag, 20. Dezember. 2004

Für die Unternehmer des Landkreises Nordhausen war das zurückliegende Jahr schon etwas Besonders. Sie haben Strukturen geschaffen, die sie für die Zukunft aufstellen sollen. Vor allem aber: Sie haben sich diese Strukturen selbst geschaffen.  

Unternehmer dieses Landkreises, vereinig Euch! – unter diesem Motto hätte das Jahr 2004 stehen können. Es war ein ereignisreiches, für einige Firmen leider auch kein gutes Jahr. Ein Blick in die Insolvenzliste des Amtsgerichts Mühlhausen läßt erahnen, was da abging. Es war aber auch das Jahr, in dem sich der Wirtschaftsverband und der Industrielle Stammtisch gefunden hatten und zu einem Verband fusionierten. Dieser Nordhäuser Unternehmerverband (NUV) hatte denn auch heute zu einer Jahresabschlußveranstaltung eingeladen, zur ersten gemeinsamen.  

Gekommen waren natürlich Unternehmer, gekommen waren auch Vertreter von Firmen, kommunale Politiker und zwei Minister. Dr. Klaus Zeh und Jürgen Reinholz (beide CDU) gaben sich die Ehre und den anderen Gästen die Gelegenheit zu Gesprächen. Man muß sie nutzen, diese Momente, man muß sich in Erinnerung bringen, vielleicht auch mal das eine oder andere unternehmerischen Weh-Wehchen artikulieren. Man muß den Small-Talk pflegen. Klappern gehört eben zum Handwerk.  

Das alles zusammen ist nur eine Möglichkeit, die der neue Verband leisten muß. Er muß sich zum Sprachrohr der Unternehmerschaft in der Region etablieren. Nur so wird er erhört werden, nur so kann Einfluß genommen werden – auch auf die Politik. Selbst in der kommunalen Politik spricht man von Spitzenverbänden. Beispiel: Der Gemeinde- und Städtebund. Dessen Vertreter im Landkreis Nordhausen heißt Jürgen Hohberg. Eigentlich ist der Mann Bürgermeister in Sollstedt und hat dort vollauf zu tun. Doch „so nebenbei“ erledigt er auch noch die Geschäfte des kommunalen Spitzenverbandes. Und Hohberg läßt keine Möglichkeit aus, sich in dessen Sinne zu engagieren und artikulieren, nutzt jedes Podium.  

Die Wirtschaft im Landkreis Nordhausen muß lernen mit der Politik umzugehen, sie muß Einfluß nehmen. Noch gibt es zu wenige Stadtrats- und Kreistagsmitglieder, die aus leitenden Funktionen der Wirtschaft kommen, noch gibt es zu wenige durch die Parteien berufene Bürger in den diversen Ausschüssen. So geht gegenseitiges Verständnis verloren.  

Der Anfang mit dem NUV ist gemacht. Man wird sehen, was die Unternehmer des Landkreises Nordhausen aus dieser Chance machen. Die nnz wird über die Vorstandswahlen und sich daraus ergebende Personlien des NUV noch ausführlich berichten.

 

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