Die kleinen Schritte

Freitag, 13. August. 2004

Der neue Nordhäuser Unternehmerverband hat sich heute der Öffentlichkeit präsentiert. Was ist in diesen Tagen dazu besser geeignet als der Petersberg. Und genau dort informierten die Unternehmer, was sie in Nordhausen sowie darüber hinaus unternehmen wollen. 

Wie die nnz bereits mehrfach berichtete, wurde der neue Verband aus zwei - bereits seit zehn Jahren bestehenden - Verbänden gegründet (siehe nnz-Archiv). Mehr Schlagkraft für sich, mehr Gehör bei anderen verspricht man sich davon. In der Festbroschüre, die zu diesem Tag herausgegeben wurde, ist zu lesen, man wolle künftig das Sprachrohr der Wirtschaft sein.  

Diesem Sprachrohr gehören derzeit 75 Unternehmen an. Dabei soll sich vor allem die künftige Kommunikation mit der kommunalen und auch mit der überregionalen Politik verbessern. Man könne jetzt effektiver arbeiten, auch die Kommunikation zwischen den Unternehmen selbst werde auf eine qualitativ höhere Stufe gehoben. Natürlich habe man in der Vergangenheit einiges bewirkt. Verbands-Chef Hans-Joachim Junker zählte gegenüber der nnz zum Beispiel die Unterstützung der Nordhäuser Unternehmen bei der Etablierung der Fachhochschule oder die Diskussion hinsichtlich der Abwassergebühren auf. Das seien Erfolge gewesen. Kleine Schritte zwar, die jedoch für jeden einzelnen Betrieb sehr wichtig gewesen seien.  

Auch die kommunale Politik begrüßte die Gründung des Verbandes. Nordhausens Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) würdigte vor allem die Stellungnahme der Wirtschaft hinsichtlich des geforderten Oberzentrums für Nordhausen innerhalb der Diskussion zum neuen Landesentwicklungsplan.  

Für die Unternehmen sei auch das Eintreten für das künftige Industriegebiet in der Goldenen Aue wichtig gewesen. Gleichermaßen habe man auch die Ansiedlung der Klemme AG in Nordhausen begrüßt. Doch noch mehr Schwerpunkte müssten gemeinsam mit der kommunalen Politik auf die Bestandspflege der Unternehmenslandschaft in und um Nordhausen gelegt werden. Diese Aufgabe sei viel schwieriger zu bewältigen. Junker meinte hierzu: „Die Arbeitsplätze in der Region zu halten und zu erhalten, das ist eigentlich unser täglicher Job!“  

Künftig wolle man die Zusammenarbeit mit den politischen Entscheidungsträgern mehr pflegen, „wir müssen diesen schwierigen Weg einfach zusammen gehen“. Auch die Dialoge zwischen Wirtschaft und Politik, die unter dem Titel „Quo vadis – Region Nordhausen“ angestoßen wurde, sollen noch in diesem Jahr ihre Fortsetzung finden. Dabei wollen die Nordhäuser nicht nur in der Landkreisebene denken, sondern auch darüber hinaus. Und so soll es im Herbst eine „Zukunftskonferenz Nordhausen“ geben, doch man wolle die Region Nordthüringen als zu entwickelnden Wirtschaftsstandort nicht vernachlässigen. Partner seien dazu natürlich die Fachhochschule, die kommunale und Landespolitik, aber auch zum Beispiel das Regionalmanagement. Mit letzterem Instrument habe sich die Zusammenarbeit in den zurückliegenden Monaten deutlich verbessert.  

Auch Dietrich Beyse hatte dazu ein Statement parat, das wie an Abschluß-Bonbon wirkte: „Ich hätte zum Regionalmanagement auch was zu sagen, doch ich sage dazu nichts!“

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