Die „Mutter“ kam nach Niedergebra

Mittwoch, 06. Juni. 2018

Die nnz hatte in der vergangenen Woche bereits über die Veränderungen bei der mtm plastic GmbH berichtet. Nun wurde in der Bahnhofstraße in Niedergebra ein offizieller Akt vollzogen. Mit hochkarätigen Gästen aus Österreich...

Um die Summe gleich zu nennen: 15 Millionen Euro hat der österreichische Konzern in seinen Standort in Niedergebra investiert, angekündigt hatten es die Österreicher bereits mit der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2016. Vorrangig floss das Geld in neue Hallen, Maschinen und Anlagen, mit denen die Kapazität des Unternehmens deutlich erweitert werden konnte. Hintergrund ist unter anderem die Änderung der Verpackungsordnung in Deutschland, die mehr Ausgangsstoffe für das Unternehmen in Niedergebra mit sich bringt. Zur „Feier des Tages“ waren neben Alfred Stern, dem designierten Vorstandsvorsitzenden der Borealis AG, weitere Vertreter des Konzerns in den Landkreis Nordhausen gekommen.

Stern erläuterte zunächst die Zahlen des Konzerns im vergangenen Jahr. Bei einem Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro habe Borealis einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro erzielt. Neben der klassischen Produktion von Kunststoffen sieht Stern ein Wachstumsmoment im Recycling von Kunststoffen und kam somit aus der globalen Wirtschaftswelt zurück nach Niedergebra.

Die strategische Ausrichtung ist genau das, was in Niedergebra seit fast 20 Jahren realisiert wird. Und damit vor zwei Jahren für den österreichischen Konzern so interessant wurde. In Niedergebra wurde nicht nur die Kapazität erhöht, sondern die Produkte können weiter spezialisiert werden, was die Marktchancen nicht unbedingt verschlechtern muss. Erhöht hatte sich auch die Mitarbeiterzahl. Aktuell sind in Niedergebra 104 Frauen und Männer in Lohn und Brot, gestiegen ist auch die Zahl der Azubis von vier auf sieben. Mit der Investition können nun 110.000 Tonnen Ausgangsmaterial statt 90.000 Tonnen verarbeitet werden.

Prof. Jörg Wagner zeigte sich als Präsident der Nordhäuser Hochschule sehr interessiert an dem, was in Niedergebra „abging“ und warb im Blick auf das Wertstoffzentrum am Weinberg für eine künftige Zusammenarbeit. NUV-Chef Niels Neu dankte dem Wiener Konzern für dessen Engagement in der Region. Für die, vor allem aber für die Gemeinde ist das Unternehmen ein Glücksfall, wie es auch Bürgermeisterin Burgunde Krumm zum Ausdruck brachte.
Peter-Stefan Greiner

Quelle: http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=236730

Hoher Besuch bei MTM Plastics in Niedergebra

Konzernchef Alfred Stern informiert sich über die vollzogene Erweiterung des Kunststoffproduzenten MTM Plastics in Niedergebra.

Niedergebra. Hohen Besuch aus Österreich erhielt der Kunststoffproduzent MTM Plastics am Dienstag. Alfred Stern, künftiger Vorstandsvorsitzender des Mutterkonzerns Borealis AG aus Wien war nach Niedergebra gekommen, um sich von den neuen Investitionen beim Tochterunternehmen zu überzeugen.

15 Millionen Euro hat Borealis seit November 2016 in MTM investiert. „Das Geld ist in erster Linie in die Erweiterung der Kapazität geflossen“, erläuterte MTM-Geschäftsführer Torsten Meyer. So seien die Produktionslinien von drei auf vier erhöht worden, der Betrieb laufe im Vier-Schicht-Betrieb und hat seine Kapazität um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. In Zahlen sind das 20 000 Tonnen mehr an Kunststoffgranulat, das Endprodukt der Produktion in Niedergebra. Auch die Mitarbeiterzahl sei auf mittlerweile 104 angestiegen, darunter sieben Auszubildende.

MTM profitiert dabei von der gesetzlichen Vorgabe, dass in Kunststoffprodukten ab dem kommenden Jahr 58 Prozent Wertstoffanteil enthalten sein muss. Das führe fast automatisch zu einer größeren Nachfrage nach MTM-Produkten.

Borealis-Chef Alfred Stern betonte die Wichtigkeit des Niedergebraer Unternehmens für den Konzern. „Wir betrachten Kunststoff als wertvolle Ressource, die nicht weggeworfen, sondern wiederverwertet werden soll. Unsere Vision ist es, den Kreislauf für Kunststoffe zu schließen, und das wird MTM für uns leisten“, sagte Stern.

Borealis sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen und momentan der zweitgrößte Kunststoffproduzent in der ganzen Welt. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro und erzielte einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro. Die 6600 Mitarbeiter aus 50 Nationen bedienen Kunden aus 120 Ländern weltweit. Derzeit laufen Joint Ventures in Texas und Saudi-Arabien.

„Wir haben große Anstrengungen bei der Sicherheit unternommen“, betonte Stern. Habe es im Jahr 1995 noch 16 Verletzungen auf eine Million Arbeitsstunden gegeben, sei diese Zahl im vergangenen Jahr auf nur noch eine Verletzung gesunken.

Der Nordhäuser Hochschulpräsident Jörg Wagner kündigte an, in Zukunft verstärkt mit MTM zusammenarbeiten zu wollen. Die Hochschule plant ein Wertstoffzentrum, bei dem Kunststoffe eine zentrale Rolle spielen. Es gebe einen großen Bedarf in der Forschung, etwa bei den Sortierverfahren.

Niels Neu, Vorsitzender des Nordthüringer Unternehmerverbandes, dankte dem Unternehmen, dass es bei den angekündigten Investitionen Wort gehalten habe. „Das ist eine tolle Sache hinsichtlich der Nachhaltigkeit und eine große Wertschätzung der Region“, sagte er.

Hans-Peter Blum / 06.06.18

Quelle: https://nordhausen.thueringer-allgemeine.de/web/nordhausen/startseite/detail/-/specific/Hoher-Besuch-bei-MTM-Plastics-in-Niedergebra-1889227484

Die Gäste und die Chefs auf dem Weg zur Besichtigung