Niels Neu: LEG lässt konkrete Ergebnisse vermissen

Donnerstag, 07. Juni. 2018

Chef von Unternehmerband kritisiert Landesentwicklungsgesellschaft für schlechte Vermarktung von Industriegebiet Goldene Aue

Nordhausen. Wann geht es endlich mit der ersten Ansiedlung im Industriegebiet Goldene Aue los? Diese Frage beschäftigt auch Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV). Die Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft, die die Fläche vermarktet, vertröste die Region mit schwammigen Aussagen, kritisiert Neu. „Es reicht nicht, zu sagen, man sieht gute Chancen für eine kurzfristige Ansiedlung. Das ist mir zu wenig“, sagt der NUV-Chef. Nach zwei Jahren der Vermarktung des Industriegebietes durch die LEG dürfe man durchaus schon einmal nach konkreten Ergebnissen fragen. „Die LEG vergisst, dass sie eine mit Steuergeldern finanzierte Dienstleistungsgesellschaft für die Kommunen und Regionen ist“, ärgert sich Neu.

„Wir müssen als Region selbstbewusster auftreten und dürfen uns nicht immer nur vertrösten lassen“, fordert er. Am Erfurter Kreuz würden die Gewerbegebiete ständig erweitert, doch im Südharz passiere nichts. „Die Flächen sind doch bei uns vorhanden. Wenn man um Erfurt neue Gebiete erschließt, bleibt auch die Nachhaltigkeit auf der Strecke“, kritisiert er auch die Ansiedlungspolitik der Landesregierung.

Als sehr positiv bewertet der NUV-Chef hingegen die jüngste Entwicklung beim Thema Tagungshotel im Südharz. „Es war sehr schade, dass es mit der Ansiedlung eines Hotels im Park Hohenrode durch das Veto des Aufsichtsrates des Südharz-Klinikums nicht geklappt hat. Umso besser, dass nun zwei Investoren aus der Region in Werther ein Hotel für Tagungen in Angriff nehmen“, freut sich Neu. Das sei ein Glücksfall für die Region, denn beide Investoren hätten schon mehrfach bewiesen, dass sie in der Lage sind, ihre Projekte in die Tat umzusetzen.

Beim Thema Biosphären­reservat bleibt der NUV-Chef indes eher skeptisch. Er sieht zwei Hauptkritikpunkte beim Vorhaben der Landesregierung. „Zum einen liegt die konkrete Planung für die Flächenzonierung bis heute nicht auf dem Tisch. Welche Kommunen nun konkret betroffen sind, wird dadurch nicht deutlich“, bemängelt Niels Neu. Und zum anderen sei die Landesregierung bei der Vorbereitung nicht ehrlich vorgegangen.

„Wir sind ja in der Rhön gewesen, um uns die Vorzüge eines Biosphärenreservates vor Augen führen zu lassen“, führt er aus. Doch die dortige Struktur der relativ kleinen landwirtschaftlichen Betriebe sei gar nicht vergleichbar mit der größerflächigen Landwirtschaft im Südharz. „Man hat durch diese Vorgehensweise viel Vertrauen verspielt“, meint der NUV-Chef. Ein Wunschkatalog, wie ihn die Politik vorgeschlagen hat, helfe da auch nicht weiter, weil das Vertrauen in von der Politik erfüllte Wünsche stark gelitten habe. „Ich sehe daher keine große Chance für ein Biosphärenreservat in unserer Region, weil die Regierung aus ihren Fehlern nicht gelernt hat“, so Neu.

Skeptisch ist er auch beim Thema Breitbandausbau. „Die Landesregierung hat jetzt einen kompletten Ausbau im Freistaat bis zum Jahr 2025 angekündigt. Ich war kürzlich in der Mongolei, und da war es bis in den hintersten Winkel möglich, mobil zu telefonieren“, berichtet er. Ist man jedoch im Landkreis unterwegs, etwa in Gudersleben oder Mauderode, sei man aufgeschmissen, weil kein Netz vorhanden ist. „Das darf eigentlich in der heutigen Zeit nicht mehr sein“, kann Neu die weißen Flecke nicht verstehen.

Hans-Peter Blum / 07.06.18

Quelle: https://nordhausen.thueringer-allgemeine.de/web/nordhausen/startseite/detail/-/specific/Niels-Neu-LEG-laesst-konkrete-Ergebnisse-vermissen-1802317966