LEG-Chef: „2018 bekommen wir eine Industrieansiedlung“

Mittwoch, 29. August. 2018

Auch Nordthüringer Unternehmerverband kommt bei seinem Sommerfest nicht am Thema Nordhäuser Stadion vorbei.

Sondershausen. Um den Albert-Kuntz-Sportpark in Nordhausen kommt derzeit keiner vorbei: Eigentlich habe er gar nicht über Nordhäuser Themen reden wollen, erklärte Niels Neu, Vorsitzender im Nordthüringer Unternehmerverband, am Mittwochabend beim Sommerfest des Verbundes hiesiger Firmen. Immerhin wurde ja im Vestibül des Schlosses in Sondershausen gefeiert.
„Aber in dieser Situation kann ich nicht anders“, klagte der NUV-Chef plötzlich. Grund seines Sinneswandels in puncto Begrüßungsrede: die drei Nordhäuser Großprojekte. Als Unternehmerverband begrüße man solche Vorhaben, so Niels Neu. Allerdings verstreiche allmählich die Zeit, entsprechende Fördergelder abzurufen. „Man merkt bei Landrat Matthias Jendricke und Teilen des Ältestenrates, dass sie solche Projekte anpacken und schnell umsetzen wollen“, so seine Einschätzung aus der Wirtschaft. „Bei der Stadt dagegen holpert es. Und das ist meine diplomatische Ausdrucksweise“, monierte der NUV-Chef schließlich.
Unverständlich sei das Vorgehen der Stadtverwaltung gerade in Anbetracht der Förderung aus dem Land und angesichts der Unterstützung durch die Region. „Es ist befremdlich für uns, wenn ein NUV-Mitgliedsunternehmen wie Habau guten Willen zeigt, eine kostenfreie Studie vorlegt und sich heute dafür auch noch rechtfertigen muss, weil seine Untersuchung günstiger ist als ein Gutachten fremder Architekturbüros. Das können wir so bei einem Mitgliedsunternehmen nicht hinnehmen.“ Neus Kritik ging hier zudem in Richtung Theater und das Vergabeprozedere für die geplante Sanierung. Durch entsprechende Ausschreibungen müssten Architekten aus der Region zumindest eine Chance bekommen, findet der NUV-Chef.

NUV will bald die 200 knacken

Grund zur Freude dagegen bestand am Mittwoch, was die NUV-Mitgliederzahl angeht. „Wir stehen kurz vor der 200“, freute sich Niels Neu, der gleich zwei neue Firmen in seinen Reihen begrüßen durfte. Nun zählen auch das thüringenweit agierende Orthopädie-Unternehmen Jüttner sowie die MPM Prophet GmbH zum Verband. Einer entsprechenden Phalanx an Unternehmern sah sich Andreas Krey, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG), bei seiner Rede gegenübergestellt. „Meine wesentliche Botschaft ist: Die Wirtschaft brummt“, erklärte der LEG-Chef, der damit einer Ansiedlung im Industrieggebiet „Goldene Aue“ Mut machen wollte.
Die Industrieansiedlung dauere aber nicht so lange, weil die LEG keine Lust habe. Stattdessen habe man bei der Erschließung lange gegen Hamster konkurriert, scherzte er. Nun konkurriere Nordhausen oder Artern beispielsweise aber nicht gegen den Industriestandort Erfurt, sondern vielmehr gegen den Rest der Welt. Das Ringen um Unternehmen sei riesig, warb er um Verständnis, sagte dann aber, was jeder hören wollte: Thüringen sei in diesem Wettkampf gut aufgestellt. „2018 wird etwas im Industriegebiet passieren“, versprach er abschließend zuversichtlich.
Peter Cott / 23.08.18
Quelle: Opens external link in new windowhttps://nordhausen.thueringer-allgemeine.de/web/nordhausen/startseite/detail/-/specific/LEG-Chef-2018-bekommen-wir-eine-Industrieansiedlung-2041404238