2018 erste Ansiedlung in der Goldenen Aue

Mittwoch, 29. August. 2018

Über 160 Unternehmerinnen, Unternehmer und Vertreter aus Politik und Kultur trafen sich heute zum Sommerfest des Nordthüringer Unternehmerverbandes im Sondershäuser Schloss. Eingeladen war auch Andreas Krey, Geschäftsführer der LEG Thüringen, von dem man sich Anregungen für das Industriegebiet „Goldene Aue“ erhoffte…

Eröffnet wurde das diesjährige Sommerfest musikalisch vom Nachwuchstalent Helene Steikert. Aktuelle Problemlagen sprach im Anschluss Niels Neu, der Vorsitzende des Verbandes an.

Sehr löblich empfand er den Einsatz des Nordhäuser Landrates Matthias Jendricke für die drei anstehenden Großprojekte in Nordhausen. „In der Stadtverwaltung holpert es ein bisschen“, sagte Neu. Als Nordthüringer Unternehmerverband hatte man sich in den letzten Tagen absichtlich nicht zur Diskussion um beispielsweise den Albert-Kuntz-Sportpark geäußert, um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. 

„Man sollte jedoch nicht abwarten, sondern die Projekte angehen“, sagte Neu. Als befremdlich empfand der Verband die neue in Auftrag gegebene Studie. Die HABAU GmbH hat auf eigene Kosten eine Studie zum Albert-Kuntz-Sportpark erstellt, nun muss sich das Unternehmen entschuldigen, warum ihre Planungen billiger sind. „Das ist nicht hinnehmbar“, so der Verbandsvorsitzende. Er wünscht sich, das auch die Architekturbüros in der Region eine Chance bekommen, sich an den Großprojekten beteiligen zu können. 

„Man muss Dinge anpacken, wenn die Türen aufgehen“, meint auch Antje Hochwind, die Landrätin des Kyffhäuserkreises. Sie hatte sich vorgenommen die Bildungslandschaft in ihrem Landkreis in Ordnung zu bringen. Eine Schulnetzplanung wurde diskutiert und beschlossen, zwei neue Schulen wurden gebaut und kürzlich eröffnet. Das Gymnasium in Bad Frankenhausen wird derzeit gebaut. „Das alles war finanziell eine große Kraftanstrengung“, sagte Hochwind, denn es handelt sich um ein Investitionsprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro. Sie ist sich sicher: in die Zukunft zu investieren lohnt sich. 

Ich verspreche Ihnen, das es 2018 eine Ansiedlung im Industriegebiet „Goldene Aue“ geben wird, rief Andreas Krey, Geschäftsführer der LEG Thüringen, in den Saal des Sondershäuser Schlosses. Das Problem sei, dass man zuerst nachweisen muss, wie strukturschwach die Region ist, um an mehr Fördermittel zu gelangen. „Wir haben uns selber kaputt geredet“, sagte Krey. Industriegebiete dauern in dieser Region so lange, weil die Bedeutung des Hamsters so groß ist, fuhr er fort. Insgesamt zwei Jahre wurden für die Umsiedlung der Hamster benötigt.

Antonia Suàrez, Sportnetzwerkkoordinatorin, stellte das Projekt „Azubi Übungsleiter“ vor, dass sich auch in Nordhausen etablieren soll. Dabei bekommen Auszubildende einen Trainerschein und sollen durch ehrenamtliche Arbeit im sportlichen Bereich die Region unterstützen. „Es gibt sowohl einen Mehrwert für die Unternehmen, als auch für die Kommunen“, warb Suàrez für das Projekt.

Zum Abschluss sprach Mike Mohring, Fraktionsvorsitzender der CDU Thüringen über wirtschaftliche Fragen und lobte zuerst die Arbeit des Nordthüringer Unternehmerverbandes, der sich stark für die Region einsetzt. Er forderte ein Ende der Sanktionen beim Handel mit Russland. „Die Thüringer Exportquote ist zwar um 5 Prozent gestiegen, jedoch immer noch unter dem Bundesdurchschnitt“, sagte Mohring. Er übte auch Kritik an der Landesregierung. „Es gibt derzeit im Freistaat so viel Geld wie nie zu vor, jedoch sinken die Investitionsausgaben und die Rücklagen werden verringert“, sagte der Fraktionsvorsitzende und bezeichnete dies als „reduzierten Politikanspruch“. Wichtig ist es, gute Rahmenbedingungen für mehr Wachstum zu schaffen und „den Laden“ zusammen zu halten. 

Sandra Witzel

Quelle: Opens external link in new windowhttp://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=240621