Alles paletti und eine Rolle rückwärts

Mittwoch, 24. Oktober. 2018

Heute Nachmittag trafen sich die Mitglieder des Nordthüringer Unternehmerverbandes im „Nordhaus“ der SWG, um ihre jährlich Mitgliederversammlung abzuhalten. Die nnz hörte erstaunt zu…


NUV-Chef Niels Neu beim Rechenschaftsbericht (Quelle: Peter-Stefan Greiner , nnz-online)

NUV-Vorstandsvorsitzender Niels Neu begrüßte die Mitglieder und berichtete von einem Treffen des Vorstandes mit dem Erfurter Unternehmerverband. Im Ergebnis dieses Treffens sagte Neu, dass der Nordthüringer Unternehmerverband mittlerweile der mitgliederstärkste regionale Wirtschaftsverband in Thüringen sei. Vor der eigentlichen Tagesordnung stellte SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan das „Nordhaus“ al generationenübergreifende Begegnungsstätte vor, die auch von Unternehmen genutzt werden könne.

Danach der Blick in die Kasse des Verbandes, den Schatzmeister Thomas Seeber gewährte. Den Einnahmen von rund 84.000 Euro standen 68.540 Euro gegenüber. Mit dem Vereinsergebnis von 15.400 Euro konnte insgesamt ein Kassenbestand von 22.127 Euro ausgewiesen.

In seinem Rechenschaftsbericht führt Niels Neu aus, dass es zu Ende 2017 184 Mitglieder im NUV gebe. Die vertreten mehr als 37.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, darunter etwa 700 Azubis. Zehn unterschiedliche Veranstaltungen, darunter die Teilnahme an der Expo Real in München, wurden im vergangenen Jahr den Mitgliedsunternehmen angeboten. Auch in punkto Öffentlichkeitsarbeit habe der Verband zugelegt, was die Zahl von 80 Pressemitteilungen im vergangenen Jahr deutlich belege, sagte Niels Neu.

Dessen Ausführungen schlossen sich die Entlastung des Vorstandes und das Schlusswort des offiziellen Teils der Mitgliederversammlung an. Danach berichtete SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan über den Stand des Neubaus eines feuerwehrtechnischen Zentrums, zu Neudeutsch, einer Feuerwache.

Klaan ging zunächst auf die Chronologie ein. Einen ersten Beschluss des Stadtrates zum Neubau einer Feuerwache habe es bereits im Jahr 2006 gegeben, fünf Jahre später wurde die Kita gekündigt, zwischenzeitlich wurde die als Flüchtlingsunterkunft genutzt und mit einer Gesellschafteranweisung Ende August 2016 wieder Fahrt aufnahm. Was danach folgte, waren zahlreiche Gespräche und Verhandlungen zwischen der Stadt, dem Landkreis, dem Landesverwaltungsamt sowie dem Thüringer Innenministerium.

Summa summarum gibt es für die SWG-Chefin keine wirtschaftlichere Lösung als die, die als Sieger aus dem damaligen Wettbewerb hervorgegangen ist. Dabei habe man sich stringent an das gesetzlich vorgeschriebene Raumprogramm gehalten. Wenn es eine finanziell kleinere Lösung geben soll, dann müsse das Raumprogramm geändert werden. Eigentlich hätte diese Diskussion an den Beginn des Planungsprozesses gehört, so Klaan, die immer noch von einer Gesamtsumme von rund 14,5 Millionen Euro ausgeht. Zwei Millionen Euro sind davon als Fördermittel geplant.

Der Blick in die kurzfristige Zukunft, konkret nächste Woche besagt, dass die Stadt neuer Bauherr wird. Möglich macht das die Ausnahmegenehmigung für neue Kredite, die von der Stadt aufgenommen werden können – trotz der aktuellen Haushaltskonsolidierung. Klaan hofft, dass der Baubeginn 2019 realistisch sein wird. Für Inge Klaan ist das nichts weiter als eine Rolle rückwärts. Sie warnt jedoch, dass der einstige Preis nicht der letzte sein wird, denn zum Beispiel in den Ausbaugewerken seien die Kosten um bis zu 20 Prozent seit dem vergangenen Jahr gestiegen. Das letzte Wort wird zu diesem Punkt der Stadtrat in der kommenden Woche haben (müssen).

Peter-Stefan Greiner , nnz-online

Ta Nordhausen, Peter Cott