Discounter plant in Nordhausen Neubau am Uthleber Weg

Freitag, 28. August. 2020

Das private Gewerbegebiet floriert. Auch Labortechnikspezialist erweitert Kapazität.

Nordhausen. Das Gewerbegebiet am Uthleber Weg floriert. Und soll es weiter tun. Das hat jetzt Niels Neu, Geschäftsführer der Tief- und Rohrleitungsfirma (Tiro), angekündigt. Der Firmengruppe gehört die rund 20 Hektar große Fläche vor den Toren Nordhausens, seit das Betriebsgelände des Straßen- und Tiefbaukombinats nach der Wende privatisiert wurde.
Im 30. Jahr des privaten Gewerbegebiets kann neu mit Stolz und Zuversicht über das Areal führen. „Die Tauchbasis brummt“, deutet er etwa hinüber an den Sundhäuser See. Anfangs für die Idee belächelt, habe Gründer Wolfgang Tröger damit eine Erfolgsgeschichte geschrieben, erinnert Neu an die Anfänge. Mittlerweile zählt die Schule gut 15.000 Tagesgäste im Jahr, macht mit versenkten Statuen überregional von sich Reden und wirbt selbst auf internationalen Tourismusmessen für Urlaub im Südharz.
Ein weiterer Mieter wird in etwa vier Wochen den nächsten Meilenstein feiern: Die Firma AHN Biotechnoligie weiht dann einen Anbau ein. Seit Frühjahr baut Tiro dem Labortechnikausrüster eine zusätzliche Halle und investiert rund eine Million Euro. „Wir widerrum verdoppeln damit unsere Lagerflächen“, sagt AHN-Geschäftsführer Torsten Buchwald. Bereits 2012 waren die Hersteller von Pipettenspitzen und Gefäßen für den Einsatz in Labors um eine Fertigungshalle gewachsen. „Durch Corona ist die Nachfrage nach unseren Produkten noch einmal sehr stark angesteigen“, sagt Buchwald. In machem Geschäftsbereich habe sich der Bedarf um 400 Prozent gesteigert. Es bracht also Platz.
Es sind Erfolgsgeschichten wie diese zwei, die sich Neu nun auch für den Aldi-Supermarkt im Gewerbegebiet erhofft. „Der war 1990 der erste Aldi in Nordhausen“, sagt er. Mittlerweile aber drängt es den Essener Einzelhandeslriesen nach einer Frischzellenkur seiner Filialen. Am Uthleber Weg will Aldi Nord etwa 4 Millionen Euro in die Hand nehmen.
Ziel ist neben der zeitgemäßeren Warenpräsetation mit mehr Tageslicht vor allem eine Erweiterung von derzeit rund 800 Quadratmetern Verkaufsfläche auf über 1267. Auch unter dem Eindruck der Pandemie will Aldi die Gänge wachsen lassen – von 1,80 auf 2,35 Meter Breite. „Qualität braucht Platz“, heißt es dazu im Filial-Konzept. Solche Ideen gibt es auch für die Parkplätze. Neu hofft mit den Plänen auf ein wohlgefälligeres Tor zur Kreisstadt, auch wel durch den neuen Parkplatz ein verwaistet Kompressorhaus verschwinden würde. Und nachhaltig soll all das ebenfalls werden: „Die Filiale wäre die erste Nordthüringens, die ohne fossile Brennstoffe auskommt“, erläutert er. Photovoltaik und Abwärmenutzung statt Gasheizung sollen es möglich machen.
Realisiert werden könne das Projekt aber nur durch einen Neubau. Und genau deshalb will der Tiro-Chef am Montag imAUsschuss für Stadtentwicklung vorstellig werden. Da Bauprojekte wie die Einfamilienhäuser in der Straße der Genossenschaften oder eine Modernisierung des Herkules Marktes in Niedersachswerfen oft auf Widersprüche der Stadtverwaltung stießen – das Rathaus befürchtet eine Schwächung des Zentrums beziehungsweise der Einzelhandelsstruktur – will Neu auf Werbetour gehen.
In Zeiten von Corona müsse man ältere Konzepte überdenken und dürfe bleibewillige Investoren wie Aldi nicht verschrecken, argumentiert er und fügt hinzu: „Womöglich ist es für das Stadtentwicklungsamt einfacher, Lösungen zu finden, wenn es um das Wohlwollen der Stadträte weiß.“ Ausschutzvorsitzender Andreas Wieninger (SPD) jedenfalls freut sich auf eine ergebnisoffene Debatte zum Thema. „Unternehmen brauchen die Möglichkeit, sich zeitgemäß zu entwickeln“, sagt er auf Anfrage. Andernfalls, so fürchtet er, könne Aldi sich wie in Niedersalza zurückziehen.

Quellenangabe: Peter Cott, TA Nordhausen, Bild: Marco Kneise https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/nordhausen/discounter-plant-in-nordhausen-neubau-am-uthleber-weg-id230261752.html.

Tiro-Geschäftsführer Niels Neu vor den Flächen, die er als Gewerbegebiet vermietet. Zu den Mietern zählen Einzelhändler wie Domäne und die Bäckerei Helbing, aber auch Autokran-Vermieter und Labortechnikspezialisten. Aldi plant hier einen modernen Neubau.