Neu fordert mehr Geld für Auszubildende

Donnerstag, 24. Juni. 2021

Verbandschef: Schüler sollten Beruf ergreifen

Nordhausen. Immer mehr Jugendliche wählen heute den Weg zum Studium, anstatt gleich einen Beruf zu erlernen. "Im Jahr 1970 haben 12 Prozent der Jugendlichen nach der Schule studiert, heute sind es ber 50 Prozent", gibt Niels Neu, Vorsitzender des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV), zu bedenken. Die Folge sei ein eklatanter Fachkräftemangel in vielen Berufszweigen der Wirtschaft.

Um diesem Trend entgegenzuwirken, macht Neu einen Vorschlag: "Die Jugendlichen erreichen wir heute nicht mit Flyern und Prospekten, sondern über eine bessere Bezahlung. Die Entgelte der Auszubildenden müssen so attraktiv sein, dass sich der Jugendliche gleich für einen Beruf entscheidet, weil er davon gut leben kann." Danach könne dieser immer noch entscheiden, ob er ein Studium dranhängt. "Der Vorteil ist aber, dass er einen fertigen Beruf in der Tasche hat", findet Niels Neu.

Wenn es die Politik ernst meine mit der Berufsausbildung, müsse sie hier ansetzen und finanzielle Unterstützung leisten. "Denn der Unternehmer allein ist oft nicht in der Lage, mehr zu zahlen", sagt der NUV-Chef. Bereits im ersten Lehrjahr müssten Azubis mehr Geld in der Tasche haben als die 600 bis 800 Euro, die derzeit gezahlt werden.

Quelle: Hans-Peter Blum, TA Nordhausen 24.06.2021