Firmen wollen der Krise trotzen

Dienstag, 16. November. 2021

Nordthüringer Unternehmerverband startet Imagekampagne und will sich versammeln

Nordhausen. Die Corona-Krise verschärft sich wieder. Die Reaktion des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV) ist bemerkenswert. Die Mitglieder werfen ihren Kampfgeist in die Waagschale. Eine „Jetzt-erst-recht-Stimmung“ macht sich breit. Der NUV startet eine Imagekampagne, nimmt dafür aber auch Geld in die Hand. Von einem fünfstelligen Betrag ist die Rede. Die Kampagne erhält den Titel „Unternehmertum stärken“.

Der Zeitpunkt ist keineswegs zufällig. „Wenn Corona etwas bewiesen hat, dann wie schlimm es ist, wenn das Unternehmertum zum Erliegen kommt“, sagt Niels Neu, Vorstandsvorsitzender des NUV. Blickt er auf die aktuelle Situation, ist er sich sicher: „wir haben das Tal noch nicht durchschritten.“

Die Kampagne will der Verband mit vereinten Kräften anschieben. Deshalb plant der NUV am 29. November eine große Mitgliederversammlung. Zurzeit gehören dem Verband 197 Unternehmer an. Daher hat er sich für sein Treffen einen Ort gewählt, an dem reichlich Platz ist: der Neubau des Humboldt-Gymnasiums in der Blasiistraße in Nordhausen. Der Wirtschaftsverband will ein Zeichen setzen. Trotz Pandemie müsse das öffentliche Leben weitergehen.

Bloß keinen weiteren Lockdown, appelliert Niels Neu an die Politik. Der würde die Leute noch mehr frustrieren. Die allgemeine Stimmung sei schon jetzt schlecht. Dass sei allseits spürbar.

Auch mit Blick auf die regionale Wirtschaft sei festzustellen: „wir haben die Folgen des ersten Stillstandes noch nicht verarbeitet. Dennoch drohen wir, in den nächsten Lockdown zu schlittern“, meint der NUV-Chef.

Die Corona-Krise habe auch das gesellschaftliche Klima zum negativen verändert, beobachtet Niel Neu. „Wir brauchen öffentliche Veranstaltungen“, meint er, „um wieder zu lernen, miteinander zu diskutieren.“ Seit dem das Corona-Virus das Land im Griff hat, haben viele Bürger das Gefühl, dass Debatten nur noch in den sozialen Medien geführt werden. Und dabei sei erkennbar, wie extrem sich die Fronten verhärten. Besonders bei Themen wie Corona-Regeln oder Impfschutz.

„Andere Meinungen werden kaum noch akzeptiert“, bedauert Niels Neu. Als habe man verlernt, über unterschiedliche Positionen zu diskutieren, ohne Feindschaft aufzubauen oder in extreme Ansichten abzudriften.

Niels Neu wagt zu bezweifeln, ob es in jeder Lage von Nutzen sei, die AfD generell auszugrenzen und die Partei somit in eine Rolle zu treiben, in der sie letztlich zum Sammelbecken sämtlicher Protestwähler wird. Gerade auf kommunaler Ebene sollten die anderen Parteien mehr Mut beweisen und mehr öffentliche Streitgespräche mit AfD-Vertretern zulassen.

Der NUV möchte zumindest seinen Unternehmern ein Podium bieten, „vorwärts gerichtet miteinander diskutieren zu können“, wie es sich Niels Neu erhofft. Zur Mitgliederversammlung am 29. November will der Vorstand auch Rechenschaft ablegen, wie der Wirtschaftsverband das Jahr 2020 bewältigt hat. Und eine zweite Imagekampagne so vorgestellt werden. Die geht im Industriegebiet Goldene Aue.

Quelle: 16.11.2021 TA Norhdausen, Jens Feuerriegel nachzulesen unter https://www.thueringer-allgemeine.de/regionen/nordhausen/firmen-wollen-der-krise-trotzen-id233852501.html