Auszeichnung für Stadtumbau
Nordhausen-Nord zählt zu den neun innovativsten Projekten in ganz Deutschland. Spielplatz, zwei Plattenbauten und barrierefreier Rundweg sorgen für Anerkennung.
Das „Klimaquartier Nord“ in Nordhausen ist kürzlich beim 45. deutschen Städtebaupreis in Berlin mit einer Belobigung ausgezeichnet worden und zählt damit offiziell zu den neun innovativsten Stadtentwicklungsprojekten in ganz Deutschland. In einer Riege mit Metropolen wie Dortmund, Dresden, Karlsruhe oder Tübingen, zeige Nordhausen eindrucksvoll, wie städtischer Wandel auch jenseits der Großstadtgrenzen gelingen kann.
Was hier im Norden der Stadt entstanden ist, ist weit mehr als nur Stadtumbau – es ist ein mutiger Schritt in die Zukunft. Drei Projekte, entwickelt im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA), formen gemeinsam das „Klimaquartier Nord“: der modernisierte Ossietzky-Hof, der barrierefreie Stadtloop und der Generationen verbindende Nordpark. Sie alle setzen Maßstäbe – ökologisch, sozial und architektonisch.
„Nordhausen-Nord haben wir als Stadtteil neu gedacht und damit zukunftsfähig und lebenswerter gemacht“, sagt Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) in einer gemeinsamen Mitteilung von Stadt und SWG. „Dass das von der Fachjury der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung anerkannt wurde, kann die Menschen in Nordhausen-Nord mit Stolz erfüllen.“
Und tatsächlich: der Ossietzky-Hof, ein Ensemble zweier über 40 Jahre alter DDR-Wohnblöcke, wurde durch die Südharzer Wohnungsbaugesellschaft (SWG) [ Anmerkung: Städtische Wohnungsbaugesellschaft]klimagerecht saniert. Das Ergebnis laut SWG: „niedrige Nebenkosten durch ein quartierweites Energiekonzept und ein deutlich gesteigerter Wohnkomfort“. Aus einem grauen Betonrelikt sei ein modernes Zuhause geworden, das bezahlbar, effizient und lebenswert ist.
Auch die beiden weiteren Projekte tragen zur neuen Lebensqualität bei. Der Stadtloop verbindet auf barrierefreiem Weg zentrale Einrichtungen im Quartier. Im Nordpark begegnen sich Generation: Spielgeräte, Bewegungsangebote und Aufenthaltsflächen machen ihn zum Treffpunkt – rund 30 Prozent der Baumaterialien stammen aus Wiederverwendung.
„Ich denke, wir können stolz auf dieses Ergebnis sein“, sagt SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan. „Unser Ossietzky-Hof war als Pilotprojekt gedacht. Die Belobigung ist Ansporn für uns, genau dort weiter zu machen.“ Die Erkenntnisse fließen nun in Projekte an der Hufeland- und Semmelweisstraße ein.
Die Konkurrenz war beachtlich: 61 Projekte aus 12 Bundesländern bewarben sich in diesem Jahr um den deutschen Städtebaupreis. 25 davon besuchte die Jury vor Ort, nur neun schafften es in die finale Auswahl. Der Hauptpreis – samt 25.000 Euro Preisgeld – ging an den „Bob Campus“ in Wuppertal.
Doch die Belobigung für Nordhausen ist weit mehr als ein Trostpreis – sie ist ein deutliches Signal: Zukunftsstadt geht auch im Kleinen. Vielleicht ist gerade das die Botschaft aus Nordhausen-Nord: dass Veränderung möglich ist, wenn Vision auf Tatkraft trifft. Dass der Weg zur klimafreundlichen, sozialen Stadt manchmal genau dort beginnt, wo ihn niemand vermutet. (mck)
Quelle: Allgemeiner Anzeiger Samstag, 30.08.2025



























































































































































