Bürokratieabbau, Investitionen und Förderung der Bildung auf allen Ebenen
Nordthüringer Unternehmerverband lädt zur Podiumsdiskussion „Wirtschaft trifft Politik“ in Sondershausen
Sondershausen. Zu einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Wirtschaft trifft Politik“ hatte der Nordthüringer Unternehmerverband am Dienstag nach Sondershausen eingeladen. Anlass dafür war die Situation der Wirtschaft im Allgemeinen und speziell in Thüringen, und das in Hinblick auf die bevorstehende Bundestagswahl. Im Klubhaus „Stocksen 2.0“ versammelten sich dazu zahlreiche Vertreter der Wirtschaft aus dem Kyffhäuserkreis und ganz Nordthüringen sowie Landespolitiker.
Die Deutsche Wirtschaft befinde sich seit Jahren in der Krise, machte Gastredner, Wirtschaftsstaatssekretär Mario Suckert, in seiner Ansprache deutlich. Eine „verkorkste Energiewendepolitik“, die Pandemie, Krieg in Europa und Preissteigerungen seien dafür unter anderem verantwortlich, zählte er auf. Um hier Abhilfe zu schaffen, wolle der Wirtschaftsminister die Rahmenbedingungen schaffen, die Energieversorgung verlässlicher und bezahlbar machen, so Suckert.
Auch müsse es einen wirksamen Bürokratieabbau geben und die Dokumentations- und Berichtskettenpflicht heruntergefahren werden. Gleiches gelte für steuerliche Rahmenbedingungen, die Investitionen erlaubten. Und auch in Hinblick auf die Bauern müsse etwas passieren, damit diese „wieder Luft zum Atmen haben“.
„Man kommt an dem, was gerade passiert, nicht vorbei“, so der Moderator der Podiumsdiskussion, Journalist Boris Lochthofen, bezüglich der Wahlplakate zur Bundestagswahl. In der Diskussion solle aber hauptsächlich auf Thüringen geschaut werden. Eröffnet wurde diese zunächst von zweiminütigen Kurzvorstellungen der Kandidaten zur Bundestagswahl des Wahlkreises 188 - Eichsfeldkreis, Kyffhäuserkreis und Landkreis Nordhausen.
Um die Wirtschaft ist es nicht gut bestellt
Zur eigentlichen Podiumsdiskussion standen dann die Landtagsabgeordneten Martin Henkel (CDU), Andreas Schubert (Linke), Jörg Prophet (AfD), Roberto Kobelt (BSW) sowie Kreistagsmitglied Dorothea Marx (SPD) dem Publikum Rede und Antwort. Einigkeit herrschte zumindest hinsichtlich der Tatsache, dass es um die Wirtschaft nicht gut bestellt ist und man mittlerweile in bestimmten Branchen anderen Nationen „hinterherhinke“, was noch vor einigen Jahren nicht so der Fall war.
„Weg mit dem ganzen Kontrollwahn“, forderte zum Beispiel Martin Henkel. Für ihn sei die Förderung im Bereich der Bildung ganz wichtig. Mehr Vereinheitlichung wünsche er sich bezüglich der Förderprogramme, von denen es allein in Thüringen knapp 200 gebe.
Für Jörg Prophet liegen die Kompetenzen ganz klar bei den Unternehmern, die mit ihren Innovationen die Wirtschaft ankurbeln. Der Staat würde hier viel zu häufig eingreifen und regulierend wirken. Investiert werden müsse in Hochschulen und Universitäten, deren Absolventen dann in den Forschungslaboren der Firmen arbeiten.
Wenn es beispielsweise in jedem Landkreis ein anderes Bauantragsformular gebe, ist das für Roberto Kobelt zu viel Bürokratie. Er stehe zudem dafür, die Kosten für Unternehmen zu senken, damit einhergehend einen günstigeren Energiebezug. „Ermöglichen, nicht verhindern“, so seine Devise.
Viel mehr und deutlich schnellere Investitionen sieht Andreas Schubert als geeignetes Mittel, die Wirtschaft in Thüringen wieder voranzubringen. Das Problem sei, dass die Investitionsansätze stabil seien, aber wegen der Inflation bei den Baupreisen werde am Ende weniger erreicht. Er sprach sich für eine Investitionsoffensive aus. Für einen Bürokratieabbau, auch um Leute zu animieren, gern und gut in Thüringen arbeiten zu wollen, stehe Dorothea Marx. Sie halte zudem den Meisterbonus für eine gute Sache. Gleiches gelte für die Tatsache, dass man mit dem Handwerkergymnasium sowie dem Neubau von Schulen und einem Berufsschulzentrum gute Voraussetzungen schaffe.
Die Runde soll in einem Jahr erneut stattfinden
„Wir haben eine satte Stunde überzogen“, schloss der Moderator die angeregt geführte Podiumsdiskussion. Wortmeldungen aus dem Publikum hatte es am Dienstagabend nicht gegeben. Nach dem offiziellen Teil blieb allerdings noch Zeit zum Austausch in ungezwungener Runde.
Viele Themen habe man in der Kürze der Zeit nur ankratzen können. Boris Lochthofen empfahl den Anwesenden allerdings, die Runde in dieser Besetzung in einem Jahr erneut stattfinden zu lassen und dann zu reflektieren, was sich im Verlauf eines Jahres getan hat.
Quelle: Christoph Vogel TA SDH Artern, 13.02.2025 Thüringer Allgemeine



























































































































































