Ministerin: Nordhausen wird Oberzentrum
Kabinettsbeschluss freut Politik und Wirtschaft. Doch sehen beide Seiten auch zu erledigende Aufgaben
Nordhausen. Das Land lenkt ein: Entgegen ursprünglicher Pläne soll Nordhausen nun dich den Status eines Oberzentrums für Nordthüringen bekommen. Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (Linke) bestätigte am Dienstag vie Pressemitteilung eine entsprechende Änderung, die im Landesentwicklungsplan 2025 verankert werden soll. Der liegt im nunmehr zweiten beschlossenen Kabinettsentwurf vor, bereit für eine weitere öffentliche Anhörung. MItte dieses Jahres soll der neue Landesentwicklungsplan inkraft treten.
"Unsere Einschätzung über die Bedeutung der Stadt Nordhausen wir in Erfurt geteilt", reagiert Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos). Landrat Matthias Jendricke (SPD) freut sich gleichfalls über die Kurswende in Erfurt: "Das Land schreibt damit gleiche Entwicklungsziele für Nord-, Süd-, Ost-, West- und Mittelthüringen fest."
Ursprünglich wollte die Landesregierung neben den bestehenden Oberzentren Erfurt, Jena und Gera nur ein weiteres in Südthüringen etablieren um die Städt Suhl, Oberhof und Zella-Mehlis. Diese vor etwa einem Jahr bekannt gewordenen Pläne stießen hierzulande bitter auf. Ein Kampf für der Statur Oberzentrum für Nordhausen entbrannte. Das Thema einte alle sechs Kandidaten der Oberbürgermeisterwahl im September, einte auch Stadtrat und Nordthüringer Unternehmerverband (NUV).
Letzterem Gebühre Dank für eine "exzellente Lobbyarbeit für die Region", meinte Jendricke. Neben Innenminister Maier (SPD) kam auf Drängen des NUV auch Ministerpräsodent Bodo Ramelow (Linke) für ein Gespräch in den Südharz.
Hochschule, das größte Krankenhaus weit und breit, eine Autonahnanbindung und vieles mehr konnten als Vorszüge Nordhausens in die Waagschale gelegt werden. Nun gelte es zu betonen, dass Nordhausen Oberzentrum für ganz Nordthüringen sein will, um eine entsprechende Einigung in der Region zu erzielen, mahnt Jendricke an.
NUV-Chef Niels Neu schließz sich an: Der Statur müsse "Ansporn sein für die Stadt, auch wirklich eine Führungsrolle in Nordthüringen zu übernehmen. Sie muss also alles unternehmen, um die Einwohnerzahl zu erhöhen und nicht unter die 40.000 zu rutschen." Neu mahnt zudem eine Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis an, um die Region voraunzubringen.
Das Ringen um mehr Einwohner, ergänzt Jendricke, bedeute auch eine "Akzeptanz von Zuwanderung". Wird Nordhausen tatsächlich Oberzentrum, könnten Stadt und Region aus seiner Sicht besser "bestimmte Landesunterstützung einfordern". OB Buchmann warnt vor überzogenen Hoffnungen: Mit dem Status Oberzentrum gehe "maximal indirekt" eine höhere Chance auf Fördermittel einher. Möglichweise aber könnten sich in Zukunft eher Institutionen des Landes oder Bundes in Nordhausen ansiedeln.
Landrat kritisiert Ziele für Windkraftflächen
Im Landesentwicklungsplan geht es auch um mögliche Windvorrangsgebiete. Dass in Nordthüringen demnach für Windräder bis zum Jahr 2032 drei Prozent aller Flächen ausgewiesen werden sollen, will Matthias Jendricke als Vorsitzender der Nordthüringer Plaungsgemeinschaft nicht hinnehmen - gerade vor dem Hintergurnd, dass alle anderen Regionen deutlich weniger Flächen bereitstellen sollen, nämlich zwischen 1,1 und 2,2 Prozent. "Diese Spreizung innerhalbd des Freistaats ist für uns nicht akzeptabel, trotz fachlicher Gründe", sagt Matthias Jenricke mit Blick auf mehr Potenzialflächen im Norden des Freistaates.
Er befürchtet vor allem für die Landkreise Kyffhäuser und Unstrut-Hainich den Zwang, zu viele Windvorrangflächen ausweisen zu müssen. "Wir sehen einen Bedarf für Windkraft", betont Jenricke. Ihn zu decken, sollte ber mit einem einheitlichen Ziel für alle vier Planungsgemeinschaften in Thüringen von 2,2 Prozent der Flächen gelingen.
Auch die Sadt Nordhausen hatte sich gegen das Dreo-Prozent-Ziel für Nordthüringen ausgesprochen. Denn bei dessen Nichterreichen wären Windräder grundsätzlich auch außerhalb gewisser Gebiete zulässig und im gesamten Außenbereich priviligiert. "Dann würde auch nicht mehr die Abstandsregel zum Wohnen von 1000 Metern in Thüringen gelten", erklärte Nordhausens Stadtplanerin Beate Meißner vor etwa einem Jahr.
© Kristin Müller, TA Nordhausen am 16.01.2024 nachzulesen unter: Thüringen reagiert auf Aufschrei aus Nordhausen: Besserer Status für Rolandstadt in Sicht (thueringer-allgemeine.de)



























































































































































