Neu fordert Fusion der Industrie- und Handelskammern
In Thüringen würde eine Kammer reichen, sagt der Nordthüringer Unternehmerverband. IHK weist auf Gesetzeslage hin.
Nordhausen. Der Nordthüringer Unternehmerverband (NUV) spricht sich für die Fusion der drei Thüringern Industrie- und Handelskammern Erfurt, Suhl und Gera aus. „Mittlerweile ist es kaum jemandem zu vermitteln, dass in solch einem kleinen Bundesland wie Thüringen drei IHK-Kammern mit jeweils eigener Verwaltung, den dazugehörigen Gebäuden, einer eigenen Vollversammlung und eigenen Präsidien existieren. Eine Fusion der drei Kammern würde sicherlich auch Einsparpotenzial generieren”, ist sich Niels Neu, der Vorsitzende des NUV, sicher. Er ist überzeugt, dass das Anschieben einer Fusion sicherlich nicht aus den Verwaltungen oder Präsidien heraus erfolgen wird, sondern von außerhalb kommen müsse. Auch als eine einzige starke Thüringer Kammer würde diese IHK ihren Aufgaben in den Regionen als Ansprechpartner, Koordinator und Organisator für die Thüringer Wirtschaft nachkommen können.
„Wir wollten die Fusion schon vor einigen Jahren anschieben, sind aber in Suhl und Gera auf taube Ohren gestoßen“, sagt der aus Nordhausen stammende Erfurter IHK-Vizepräsident Ulrich Schlegel. Die beiden Kammern würden sich auf das Thüringer IHK-Gesetz berufen, in dem der Bestand der drei Kammern festgeschrieben sei. Der Anstoß zu einer Fusion müsse vom Gesetzgeber kommen, der das entsprechende Gesetz ändern müsse.
Der NUV stellt die IHK aber nicht grundsätzlich in Frage. „Wir arbeiten mit der IHK insbesondere bei ihren hoheitlichen Aufgaben, etwa der Berufsausbildung oder Weiterqualifizierung gut zusammen“, betont Neu. Dafür benötige man aber keine Zwangsmitgliedschaft, wie sie in den IHK-Statuten festgeschrieben ist. Der NUV-Chef appelliert an die neue Vollversammlung und die Wirtschaftsbeiräte der IHK, gerade im Hinblick auf die aktuelle Corona-Situation, die vorgenommene Beitragserhöhung für die Mitglieder zu hinterfragen und erneut auf die Tagesordnung zu setzen.
Quelle: Hans-Peter Blum, TA Nordhausen 23.03.2021
Bild (Archiv-Foto): Marco Kneise



























































































































































