Wie PK Systems die Krise in der Automobilbranchen meistert
Teure Rohstoffe und hohe Energiekosten: Wie sich das Unternehmen aus Nordhausen auf die Rezession eingestellt hat
Nordhausen Die Rezession in der deutschen Wirtschaft bekommen vor allem die Automobil-Zulieferer zu spüren. Verkaufen die Automobilkonzerne weniger Fahrzeuge, steckt die Branche in Schwierigkeiten. Wie wird die Lage in Nordhausen gesehen? Wir fragen bei einem Zulieferbetrieb nach.
„Gibt es denn überhaupt eine Krise in der Automobilbranche?“, antwortet Frank Kirchhoff, Geschäftsführer der Firma PK Systems, die Kunststoffteile für den Automobilmarkt herstellt, auf die entsprechende Frage. Auf das ganze Jahr gesehen, machen die Konzerne doch gar keine Miese, so Kirchhoff.
„Der Gewinn bei einem deutschen Hersteller fällt halt diesmal mit 2,5 Milliarden Euro etwas bescheidener aus im Vergleich zu über 12 Milliarden Euro im Jahr 2024“, rechnet er gegen. „Das ist für mich reine Panikmache“, hat der Nordhäuser eine klare Meinung. Es werde viel zu negativ berichtet, findet er.
Kirchhoff macht vielmehr die spürbare Kostensteigerung bei den Rohstoffen und auf dem Energiesektor zu schaffen. „Die Preise für Kunststoffe sind zuletzt um über zehn Prozent gestiegen“, gibt er zu bedenken. Hinzu komme eine Knappheit an recycelten Kunststoffen, die die Branche aus Umweltgesichtspunkten verarbeiten soll. Je weniger Rohstoff aber vorhanden sei, umso teurer werde er gehandelt.
„Wir sind ein sehr energieintensives Unternehmen, deshalb belasten uns hohe Energiepreise stark“, erklärt der Nordhäuser. So nutze PK Systems grüne Energie aus Wasserstoff, der in Schweden produziert wird. „Wir benötigen über eine Million Kilowattstunden im Jahr. Die Kosten dafür liegen bei etwa 186.000 Euro“, rechnet Kirchhoff vor.
Was der Firma helfen würde, wäre ein Industriestrompreis von fünf Cent pro Kilowattstunde, wie er gerade von der Bundesregierung angekündigt wird. „Dieser Preis wäre gerade für die vielen deutschen KMU, die kleinen und mittelständischen Unternehmen, super und würde die Wettbewerbsfähigkeit spürbar erhöhen“, betont der Firmenchef. Das Problem sei nur, dass er nicht wisse, ob sein Unternehmen auch dabei ist, da die Regeln noch nicht ganz klar seien.
"Das ist für mich reine Panikmache" - Frank Kirchhoff, Geschäftsführer der Firma PK Systems
"Wir sind ein sehr energieintensives Unternehmen, deshalb belasten uns hohe Energiepreise stark." Frank Kirchhoff, Geschäftsführer der Firma PK Systems
80 Prozent der Produkte gehen in den Export
Dieser reduzierte Preis soll für energieintensive Unternehmen gelten, die im internationalen Wettbewerb stehen, so unsere Recherche. Zu den geförderten Branchen zählt auch die kunststoffverarbeitende Industrie. Bedingung ist, dass die Hälfte der erhaltenen Beihilfe reinvestiert wird, etwa in erneuerbare Energien, Stromspeicher, Effizienz oder Wasserstofftechnologien, um die Transformation zu unterstützen.
Frank Kirchhoff hat mit seinem Unternehmen und Produkten eine Nische gefunden, in der er gut zurechtkommt. Das zeige auch die Auftragslage, die er als „okay“ bezeichnet.
„Wir sind mit unserem Geschäftsfeld, den Kunststoffteilen für Assistenzsysteme, international tätig“, berichtet er. 80 Prozent der Produkte gehen in den Export, viele davon nach China, Polen oder Brasilien. „Wir beliefern alle Frontscheibenhersteller in der Welt“, fügt er hinzu. Etwa 120.000 Klebeplatten würden im Monat produziert und verschickt.
Ein zweites Geschäftsfeld seien kleine Magnete, die für Autokupplungen benötigt werden. „Die Magnete werden in China gekauft, mit Kunststoff ummantelt und anschließend magnetisiert“, beschreibt Kirchhoff den Ablauf. Derzeit belastet ihn allerdings die Unsicherheit durch die chinesische Zollpolitik.
Nicht hilfreich sei es auch, wenn der Serienstart eines Autos von einem deutschen Hersteller um zwei Jahre verschoben wird, wie jüngst geschehen. „Wir haben aber schon die ganze Vorarbeit geleistet und müssen nun zwei Jahre warten, bis wir die Rechnung stellen können“, gibt der Nordhäuser zu bedenken.
Quelle: TA NDH, Hans Peter-Blum, 16.01.2026: Wie PK Systems die Krise in der Automobilbranche meistert



























































































































































