Will Nordhausen vorankommen, ist mehr Schwung aus dem Rathaus nötig
Wirtschaftsverband NUV vermisst Ideen, wie Nordhausen sich als Oberzentrum besser darstellen kann. Große Hoffnung setzt man in den Ausbau der Bundesstraße 4
Nordhausen Wie kommt die immer noch lahmende Wirtschaft im Landkreis Nordhausen wieder in Schwung? „Die Stadt Nordhausen muss als Oberzentrum endlich sichtbar werden“, fordert Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbands (NUV). Die Stadt müsse zum Beispiel als Einkaufszentrum der Region auch von außen wahrgenommen werden.
Oder als attraktiver Wohnort. Dazu liefert Neu ein Beispiel. „Der Familienvater, der bei Knauf in Rottleberode arbeitet und für seine Familie ein modernes und bezahlbares Haus sucht, wird in Nordhausen nicht fündig“, berichtet der Verbandschef. „Wir brauchen mehr attraktiven Wohnraum für alle Einkommensklassen“, fordert er.
Man brauche Ideen, müsse vorangehen und Chancen aufzeigen. „Aber leider wird die Stadt nicht geführt, sondern nur verwaltet“, richtet sich seine Kritik auch gegen die Stadtverwaltung. „Wir sollten nicht zu kleinkariert denken, denn die Konzepte sind in großer Zahl vorhanden, aber die Umsetzung lässt zu wünschen übrig“, gibt Neu zu bedenken.
"Die Stadt Nordhausen muss als Oberzentrum endlich sichtbar werden." Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbands
Ein wichtiger Punkt sei dabei die Infrastruktur. Einen großen Impuls verspricht sich der Nordhäuser vom Ausbau der Bundesstraße 4 in den Hainer Bergen. „Ende 2027 wollen wir die ersten Bagger sehen und 2028 den Ausbau“, blickt er nach vorn. Ist dieser abgeschlossen, benötige man gut zehn Minuten von Nordhausen nach Sondershausen. „Damit rücken auch die beiden Wirtschaftsregionen enger zusammen und führen zu mehr Synergien“, hofft der NUV-Chef auf neue Impulse.
Gute Zusammenarbeit mit neuer Landesregierung
Neu blickt auch auf das erste Jahr der neuen Thüringer Landesregierung. „Wir haben mit den Landtagsabgeordneten Carolin Gerbothe und Jörg Prophet eine gute Zusammenarbeit bei Wirtschaftsthemen“, sagt der Nordhäuser. So werde sein Verband auch bei Gesetzesentwurfstexten beteiligt, wie etwa dem neuen Bürokratie-Entlastungsgesetz. „Es ist unter der neuen Wirtschaftsministerin schon ein anderer Geist eingezogen“, zieht er den Vergleich zur Vorgänger-Regierung.
Auch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten David Gregosz gebe es eine gute Zusammenarbeit. Im Gegensatz dazu habe der Nordthüringer AfD-Direktkandidat Christopher Drößler den Verband noch nicht bei Wirtschaftsthemen unterstützt. Der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke (SPD) habe das Thema der arbeitsunwilligen jungen Arbeitslosen angeschoben. „Hier müssen wir die richtigen Schlüsse ziehen und dafür sorgen, dass auch die junge Generation in Wohlstand leben kann. Ganz ohne Arbeit wird das aber nicht funktionieren“, gibt Neu zu bedenken.
Quelle: TA NDH, Hans-Peter Blum am 21.02.2026: Will Nordhausen vorankommen, ist mehr Schwung aus dem Rathaus nötig



























































































































































