Wirtschaftsverband kritisiert Stadt
Nordhausen. „Ich halte es für albern, wenn eine Stadt wie Nordhausen die formalistische Keule gegen eine kleine Harz-Gemeinde rausholt“, sagt Niels Neu, Chef des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV) angesichts der Stellungnahme der Rolandstadt zum in Harztor geplanten Wohngebiet Eberthof (TA berichtete). Die Planung berühre öffentliche Belange der Stadt Nordhausen auch durch die Größe des Wohngebietes.
„Der bessere Weg wäre, das durch die Stadt vorgesehene Baulückenkataster auf den Markt zu bringen, um den Bedarf in Nordhausen für bauwillige Familien zu bedienen“, betont Neu. Gerade das Beispiel Frühlingsweg, wo sechs Häuser innerhalb kurzer Zeit gebaut worden sind, zeige doch, dass dieser Bedarf vorhanden ist.
Die von der Stadt gezeigte „Verhinderungsstrategie“ sollte eigentlich der Vergangenheit angehören. „Wir müssen die Region gemeinsam voranbringen, anstatt gegeneinander zu arbeiten“, fordert der NUV-Chef.
Auch zum Thema öffentlicher Personennahverkehr hat Neu eine klare Meinung. „Es kann doch nicht sein, dass ich vom Uthleber Weg bis nach Ilfeld mit dem Auto über 30 Minuten benötige“, schildert er den miserablen Verkehrsfluss in Nordhausen auf der Achse von Süden nach Norden. In derselben Zeit habe man die Metropole Hamburg in Richtung Norden auch fast durchquert.
Angesichts dieser Tatsache mache es durchaus Sinn, über Alternativen nachzudenken. Nichts anderes habe der Landrat mit seinem Vorstoß zum möglichen Ausbau des Straßenbahnnetzes getan. „Die Stadt Nordhausen hat sich hier ungeschickt verhalten, indem sie die Einladungen zu der Veranstaltung im Landratsamt einfach zurückgeschickt hat“, meint Neu. Er sehe hier die Stadt in der Pflicht, eigene Vorschläge zu machen, anstatt die Pläne der Kreisverwaltung zu verteufeln.
Dass die Service-Gesellschaft in Rothesütte einen Aussichtsturm inklusive Übernachtungsmöglichkeit bauen will, hält der Verbandschef für eine gute Idee. „Ich weiß, dass die örtlichen Gastronomen und Ferienhausvermieter diese Pläne kritisch sehen, doch wir wollen deren Bedenken zerstreuen und vermitteln“, sagt er. Deshalb sei ein Gespräch mit allen Beteiligten vor Ort geplant, in dem die Service-Gesellschaft ihr Vorhaben vorstellen wird. „Das geplante Tourismusprojekt wird eine Bereicherung für die Region“, ist sich Niels Neu sicher. Denn es erhöhe die Vielfalt der Angebote und locke damit mehr Gäste in den Nordhäuser Südharz.
Quelle: Hans-Peter Blum, TA Nordhausen


























































































































































