100% FÜR DEN SÜDHARZ

Keiner kann das von Anfang an perfekt!
Stellen Sie sich doch bitte vor!
Mein Name ist Clemens Kempski, ich bin 59 Jahre alt, verheiratet und habe vier Kinder. In Wien, Boston und London habe ich Medizin studiert, anschließend in Zürich und Kapstadt eine internistische und chirurgische Ausbildung absolviert, Betriebswirtschaft in Lausanne studiert und war lange bei der Boston Consulting Group in München. Als Mediziner habe ich viel Verständnis für Menschen. Das ist auch als Unternehmer im Dienstleistungsbereich wesentlich und mir persönlich besonders wichtig. 1994 aus Düsseldorf kommend bin ich bei der Suche nach einem neuen Zuhause für meine Familie im Südharz fündig geworden.
Wie sind Sie in den Südharz gekommen?
Das war, wie so oft im Leben, kein direkter Weg. In den Südharz bin ich gekommen, weil ich wieder „Grund und Boden“, in diesem Fall Forst, erwerben wollte. Meine Eltern sind Flüchtlinge, mein Vater aus dem Ungarischen, meine Mutter aus Schlesien. Ihre Familien und sie selbst haben mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges alles verloren. Wir waren immer Grundbesitzer, das ist Teil unserer DNA. Über eine Ausschreibung der Treuhand bin ich am 1. August 1994 mit einem Forstbetrieb hier ansässig geworden.
Das große touristische Potenzial im Südharz lag auf der Hand. An dessen Entwicklung wollte ich mitwirken. 2003 konnte ich das ehemalige „Harzhotel im Schindelbruch“ aus dem Konkurs erwerben. Über verschiedene Ausbaustufen ist es zu einem gefragten Wellnessresort mit einem anspruchsvollen, regional geprägten, gastronomischen Angebot geworden. Hinzu kam 2013 das Romantik Hotel FreiWerk in Stolberg. Beide Hotels sind tief in der Region verankert, es sind Dienstleistungsbetriebe mit insgesamt 120 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie exzellenten Lehrlingen.
Was hat diese Region für Sie für eine Bedeutung?
Ich habe hier mit meiner Familie eine neue Heimat gefunden. In Stolberg haben wir Wurzeln geschlagen, wir fühlen uns angekommen.
Diese Region, in der Mitte Deutschlands gelegen, hat ein fantastisches Potenzial, welches über Landkreise und selbst Ländergrenzen hinausgeht. Wenn wir uns den Nordthüringer Teil anschauen - Nordhausen, den Kyffhäuser oder auch in Sachsen-Anhalt die Goldene Aue sowie die Gemeinde Südharz und natürlich auch den Landkreis Harz - dann sind wir mit üppiger Natur reich gesegnet. Das Frühjahr mit diesem hoffnungsfrohen Grün, im Sommer mit dem herrlich frischen Klima durch die Laubwälder, der Herbst mit den prachtvollen Farben oder im Winter, wenn die silbrigen Baumstämme der Rotbuche in den kalten Frosthimmel ragen. Das ist zu jeder Jahreszeit ein besonderes Gefühl.
Im Zentrum steht für mich Stolberg, diese eindrucksvolle Stadt mit einem komplett erhaltenen mittelalterlichen Kern. Sie ist zurecht die erste historische Europastadt geworden mit einem großen Kulturanspruch. Ich bin fest davon überzeugt: Wir können eine der attraktivsten touristischen Destinationen in Deutschland werden, eben auch und gerade mit der Unterstützung aus der örtlichen Industrie. Wir haben zwei große Arbeitgeber, die interessante Arbeitsplätze bieten. Gemeinsam schaffen wir eine attraktive Region mit einer beachtlichen Lebensqualität für die Einheimischen und für unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
Warum sind Sie Unternehmer?
Ich habe als angestellter Mediziner begonnen und viel Erfahrung speziell in der Notfallmedizin gesammelt. Es kam der Zeitpunkt, an dem ich mir mehr berufliche Freiheiten, mehr Unabhängigkeit gewünscht habe. Ich wollte gestalten und entwickeln, bin auf die Managementseite gewechselt und habe Krankenhäuser saniert und profitabel gemacht. Das sind die guten Seiten des Unternehmertums.
Die anderen Seiten sind sehr viel härter, als man sich das normalerweise vorstellt. Ein Unternehmer muss bereit sein, sehr hart zu arbeiten, Risiken auf sich zu nehmen und immer wieder hinterfragen, ob man sich auf dem richtigen Weg befindet. Am Ende ist die Cash-Rendite nur ein Teil des Gradmessers. Die persönliche Zufriedenheit, mit anderen Engagierten zusammen etwas aufgebaut zu haben, ist ein mindestens genauso wichtiger Gewinn. Das spiegelt sich aber nicht monatlich auf dem eigenen Konto wider.
Unternehmertum hat eben viele Facetten, nicht alle sind ein Ertrag. Wer das akzeptiert, kann sehr glücklich werden. Die Herausforderung ist, lange durchzuhalten. Und wer es nur wegen des vermeintlich höheren monetären Erfolges macht, sollte es lassen – denn er wird es nicht durchhalten.
Was braucht ein Unternehmer, um das durchhalten zu können?
Ein guter Unternehmer kommt nicht zwingend aus dem Kapital. Das Kapital ist eine notwendige Voraussetzung, wenn ich zum Beispiel eine Produktion kaufen will. Aber die primäre Finanzkraft ist fast sekundär. Es geht um das Verständnis des Marktes, in dem ein Produkt positioniert wird. Die Fragen lauten: Wo ist mein Markt und wie funktioniert er? Warum ist mein Produkt besser? Wer sind die Wettbewerber?
Ich glaube, dass gerade am Anfang hohe Transparenz und Geradlinigkeit wichtig sind, um zum Beispiel ein Start-up zu gründen. Ein Start-up hat eine Idee, aber kein Kapital. Ein Gründer sucht sich dann Partner, die an das Team und die Idee glauben und sich an der Umsetzung beteiligen.
Für einen Investor ist dann entscheidend, dass ihm jemand gegenübersitzt, der sein Handwerk versteht und vollkommen zuverlässig ist. Dabei gilt: Ein Unternehmer/Gründer, der nicht mit ins Finanzrisiko einsteigt, ist für mich kein Unternehmer. Niemand erwartet, dass ein Gründer alles auf eine Karte setzt. Aber von dem, was man hat, muss man einen Teil mitbringen und ins Risiko geben. Zusammengefasst braucht ein Unternehmer drei Dinge: Ein Produkt für den entsprechenden Markt, Kompetenzen und charakterliche Eigenschaften, die ihn zum zuverlässigen Partner machen und eine Risikobereitschaft mit dem Willen, 24/7 zu arbeiten.
Niemand kann das von Anfang an perfekt. Das darf sich entwickeln. Doch das Vertrauen in sich selbst, in die eigene Ausbildung, in die Fähigkeit, das Richtige im rechten Moment zu tun, sollte vorhanden sein.
Was gibt Ihnen tagtäglich den Antrieb und die Inspiration für all’ das?
Im Mittelpunkt steht meine Familie. Sie ist mein Glück und meine Inspiration. Ich würde alles tun, um meinen vier Kindern die Ausbildung zu ermöglichen, die sie brauchen, um unabhängige Weltbürger zu werden. Ich glaube, dass sich unsere Welt in einem gigantischen Umbruch befindet und keiner vorhersagen kann, was in 20 Jahren ist. Ich möchte die finanzielle Ressource haben, meinen Kindern den Weg zu ebnen, den sie sich selbst für sich wünschen.
Parallel treibt mich der Wunsch an, etwas zu entwickeln, etwas Sinnvolles zu gestalten. Ein Unternehmer baut etwas auf, was wertig ist. Denn wenn es nicht wertig ist, wird er kein erfolgreicher Unternehmer sein. Einen Wert zu schaffen, das treibt mich an, das macht mir Spaß. Ich sehe bei uns in den Hotels, wie die Menschen sich für ihr hart erarbeitetes Geld ein Wochenende lang eine Auszeit gönnen. Sie möchten nett begrüßt werden, ein schönes und sauberes Zimmer vorfinden und gut essen. Sie möchten ein harmonisches Gespräch führen können, sich in Ruhe mit Freunden treffen. Es ist erfüllend, ihnen das anbieten zu dürfen. Wenn dann die Gäste auch noch bereit sind, die Preise zu zahlen, die wir brauchen, damit wir den Betrieb in dieser Qualität aufrechterhalten können - dann bin ich unternehmerisch erfolgreich und glücklich.
Was mussten Sie bzw. was müssen Unternehmer eventuell hintenanstellen, um ihre Ziele zu erreichen?
Wann immer etwas Neues angefangen wird, gibt es auch eine Kehrseite derselben Medaille. Das heißt, der unternehmerische Weg hat seinen Preis, den jeder persönlich zahlen muss. So bleibt beispielsweise nicht mehr so viel Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Einfach am Strand liegen funktioniert nicht. Auch die Gesundheit leidet manchmal, oftmals wird zu unregelmäßig und ungesund gegessen, zu wenig Bewegung. Die vielen Reisen können belasten und werden oft unter Druck absolviert. Das können gute Business-Hotels oder größere Autos nur etwas lindern.
Unternehmer müssen viele Dinge gleichzeitig machen. Insofern ist das kardiovaskuläre Risiko eines Managers, das gilt auch für das gehobene Management im Angestelltenbereich, fast eine Berufskrankheit. Der Freundeskreis wird vernachlässigt, Urlaube abgebrochen. Unternehmer haben schlaflose Nächte, denn sie gehen Risiken ein. Einen Unternehmer treibt es immer nach vorn und oft an die Grenze. Wenn etwas schief geht oder der Auftrag nicht gut ausgeführt wird, kann das sehr problematisch werden.
Welche Bezugnahmehaben Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen?
Als geschäftsführender Gesellschafter habe ich eine große Verantwortung. Ich bin das Vorbild, an das das Team glaubt. Führungskräfte müssen den Spagat schaffen zwischen Vertrauensperson sein und jemandem, der die Leistung einfordert. Für meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bin ich unternehmerischer Vorreiter, lege die Strategie fest und stelle die operative Organisation auf. Die operative Organisation muss auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, auf das Produkt, auf die Verantwortungen ausgerichtet sein. Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen müssen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Aufgaben gut zu erfüllen und dabei selber Erfüllung zu empfinden. Insofern gilt bei mir: Alle Mitarbeitenden bekommen die bestmögliche technische Ausstattung, damit sie bestmöglich ihren Job machen können und ich dann auch von ihnen die bestmögliche Leistung erwarten darf.
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führen heißt, verlässlich und transparent zu sein. Als Leitung brauchen Sie eine Wertestruktur. Diese Wertestruktur muss von den Abteilungsleitern, von den Leitenden, übernommen werden. Führung heißt auch Krisenmanagement. Deshalb ist eine abgestimmte und akzeptierte Fehlerkultur notwendig. Mitarbeiter brauchen eine stabile Geschäftsführung, der sie vertrauen können und die die Werte lebt. Führungskräfte müssen Menschen mögen, sonst können sie in einem Dienstleistungsbetrieb nicht erfolgreich sein.
Worauf sind Sie stolz und was macht Sie glücklich?
Ich bin stolz auf meine Familie. In diesem Jahr bin ich 21 Jahre verheiratet und habe vier prachtvolle Kinder, die alle sehr individuell sind. Dass wir es bisher geschafft haben, diese Kinder zu eigenständigen, glücklichen und selbstbewussten jungen Menschen zu begleiten, das erfüllt meine Familie, meine Frau und mich mit Stolz.
Sehr froh bin ich über meine unternehmerische Unabhängigkeit. Neben den Hotels führe ich noch eine Klinik in Nordrhein-Westfalen. Alle maßgeblichen Versprechungen, die ich gegeben habe, ob an Fremdkapitalgeber, ob an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder an Behörden habe ich grundsätzlich eingehalten. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, konnte diese meist korrigieren oder heilen, auf jeden Fall gemeinschaftlich weiter machen.
Stolz macht mich, in dieser Region, in der ich Wurzeln schlagen durfte und meine neue Heimat gefunden habe, anerkannt zu sein. Wir haben hier Hotels und Restaurants entwickelt, die gerne besucht werden, über die Region hinaus bekannt sind und einen wirklich guten Qualitätsstandard haben – auch als Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe.
Stolz macht mich, dass ich ein parteiloses, unabhängiges Gemeinderatsmitglied im Südharz bin. Ich wurde von der Bevölkerung als Einzelkandidat gewählt. Das heißt, dass zumindest ein Teil der Bürgerinnen und Bürger mir zutraut, in der Kommunalpolitik etwas im Sinne der Gemeinschaft zu bewirken. Das muss ich ständig beweisen.
Glück empfinde ich, wenn ich in unseren Hotels meine Mitarbeitenden strahlen sehe. Wir sind gut durch die zwei Pandemie-Krisenjahre gekommen, durch die wir eben gemeinsam gegangen sind. Wir sind im Markt etabliert und bekommen auch weiterhin spannende Mitarbeiter-Bewerbungen weil wir ein guter und verlässlicher Arbeitgeber sind.
Was bereitet Ihnen Ängste und wie werden Sie damit fertig?
Angst ist erst einmal kein guter Berater. Aber natürlich sind mir bestimmte Dinge besonders wichtig, wie etwa das Glück und die Gesundheit meiner Familie - die Sorge um dieses geht damit automatisch einher. Wichtig ist mir die weltweite politische Entwicklung. Betrachten wir die Pandemie mit allen Auswirkungen oder diesen entsetzlichen Angriffskrieg in der Ukraine mit seinen drastischen Folgen. Der Klimawandel ist höchst problematisch mit bereits erschütternden Auswirkungen in der Natur. Die Herausforderungen, die in unserer Welt auf die nächste Generation warten, sind irrsinnig groß. Das sehe ich mit Respekt und mit Sorge. Wir müssen den Klimawandel beherzter angehen und die politischen, kultur-religiösen wie die wirtschaftlichen Konflikte, die zunehmend aggressiver werden, besser bewältigen. Wir brauchen neue, modernere Strategien.
Aber ich bin kein Unternehmer, wenn ich nicht optimistisch wäre. Unsere Jugend gibt uns viel Grund zur Hoffnung. Es gibt so viele intelligenten junge Menschen, die etwas bewegen wollen. Z.B. mit ihrem Wissen um die Digitalisierung, aber auch mit ihren eigenen Wertestrukturen, mit ihrer Offenheit und Internationalität sehen sie unsere Welt anders. Es werden fundamentale Veränderungen in unserer Lebensweise, in den industriellen Produktionen, in unseren Dienstleistungen stattfinden müssen. Mein Credo lautet daher: „Es geht nicht um Verzicht, es geht um den intelligenten Umgang mit den Ressourcen.“ Ich glaube an diese Jugend und bin fest davon überzeugt, wir haben die beste Jugend, die es jemals gab. Diese Jugend, wenn wir sie tatsächlich lassen und ihnen frühzeitig vertrauen, wird in dieser Welt Veränderung bewirken wollen und können, weil es nämlich ihre eigene Zukunft ist.
Für was engagieren Sie sich? Oder sind Sie sogar Aktivist?
Mein Engagement gilt in erster Linie meinen Unternehmen. Ich möchte diese sicher durch die weiteren großen Herausforderungen, die in den nächsten Jahren noch kommen, führen. Wir sind solide aufgestellt und werden uns weiterentwickeln. Unsere wesentlichen Herausforderungen sind die Entwicklung des innerdeutschen Tourismus, der einschneidende Fachkräftemangel, die belastenden Kostensteigerungen, die wir alle mitzutragen haben. Dabei geht es nicht nur um Energie, sondern auch um andere Ressourcen, wie z.B. Lebensmittel.
Ich selbst engagiere mich gern auch in anderen Bereichen. So bin ich bei den Maltesern ehrenamtlich tätig und noch bis vor wenigen Jahren als zweiter Notarzt in Einsatzfahrzeugen mitgefahren. Das hat mir sehr viel gegeben. In der Notfallmedizin geht es meistens um den Einzelnen, um das Individuum. Das empfand ich immer als sehr befriedigend. Darüber hinaus bin ich gewähltes Vorstandsmitglied im Freundeskreis der Porzellansammlung im Zwinger, also bei der Staatlichen Kunstsammlung in Dresden. Außerdem bin ich ehrenamtlich als gewähltes Gemeinderatsmitglied tätig. Bei all‘ diesen Themen möchte ich etwas bewirken.
Gewähren Sie uns doch einen kleinen Einblick in einen Ihrer normalen Tage!
Jetzt verrate ich Ihnen ein Geheimnis. Ich habe einen großen Luxus: Ich stelle mir morgens keinen Wecker! Wenn ich dann am Morgen aufwache, fahre ich als erstes den Laptop oder das iPad hoch, lese alle E-Mails und beantworte sie, lese die Zeitungen. Ich telefoniere oft und viel von zu Hause. Das ist die Freiheit, die wir in dieser digitalen Welt haben, die wir auch nutzen sollten. Die Digitalisierung bedeutet, dass ich frei bin zu arbeiten, wo und wie ich es möchte. Das heißt nicht, dass ich dadurch weniger arbeite, sondern nur, dass ich mir mein Leben bequemer gestalten kann. Im Büro beginnt dann der normale Management-Büro-Alltag: Termine, ob im Office, in den Hotels oder auch im Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen. Ich versuche, zur „Tagesschau“ um 20 Uhr wieder bei mir zu Hause zu sein. Das gelingt nicht immer, das ist aber auch in Ordnung. Ich darf sagen, ich habe viel Freude an meiner Aufgabe.
Am Wochenende wird ebenfalls gearbeitet, das kennt meine Familie. Aber dann gehen wir auch mal schön essen oder unternehmen etwas zusammen. Mit meiner Frau genieße ich lange Waldspaziergänge. Mittlerweile schlägt mich mein Sohn im Schach, was mich natürlich freut und grämt gleichzeitig – eben ein ganz normales Familienleben.
War früher alles besser?
Wer das glaubt, verpasst die Faszination der Gegenwart und die Freude auf das, was die Zukunft verspricht. Was auch immer früher besser gewesen sein soll, es gibt so viel Begeisterung im Hier und Jetzt, dass ich nicht zurückschauen muss, um mir mitleidig einzureden, früher sei alles besser gewesen.
Was ist ihr Lieblingsessen und warum?
Wir haben einen eigenen „Ritter von Kempski Wildburger“ entwickelt, mit speziellem Dressing, Süßkartoffel-Pommes und hauseigenem Dip. Der ist einfach köstlich.
Was möchten Sie uns noch mit auf den Weg geben?
Ich möchte das Positive herausstellen: Wir leben in einer herausfordernden Zeit in einem wunderbaren Land. Deutschland ist ein großartiger Staat. Wir können uns auf unsere Sicherheitsorgane verlassen. Wir sind Bürger und Bürgerinnen in einer Demokratie, in einem Rechtsstaat, der uns schützt, Rede- und Pressefreiheit gewährt. Wir haben eine grundsätzlich gute Infrastruktur und ein funktionierendes Gesundheitswesen. Wir haben eine reiche Kultur und herausragende Wirtschaft. Das alles sollten wir wertschätzen. Wir müssen gemeinsam jede Form von Radikalisierung verhindern und unsere Freiheit wie Wohlstand konsequent verteidigen.
In dem Zusammenhang ist kommunales Engagement zum Beispiel im Rahmen eines Ehrenamtes wichtig. Ich plädiere dafür, dass Manager und Managerinnen mindestens einen Tag in der Woche, also 20 Prozent ihrer Zeit, in ein Ehrenamt investieren. Sie sollten diejenigen, denen es nicht so gut geht, die nicht so viel Glück gehabt haben, unterstützen und zur Stabilität der Gesellschaft beitragen. Ich persönlich bin bekennender Katholik. Ich kann nur jedem raten, sich mit dem christlichen oder einem anderen friedvollen Glauben auseinander zu setzen. Der Glaube hilft.
Zum Abschluss: Unsere Kernzelle ist die Familie. Sie gibt uns Halt und alles andere, was wir brauchen, um diesen kleinen Planeten zu schützen, auf dem wir glücklicherweise leben dürfen.


























































































































































