100% WEGBEREITERIN

Wir sind Frauen und wir gehen die Dinge anders an
Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich bin Cornelia Pein. Ich bin eine Frau, ich bin Mutter. Ich bin Ehefrau. Ich bin Freundin. Ich habe einige Freunde, nicht viele aber einen kleinen ganz intensiven und besonderen Freundeskreis. Ich bin Tochter und Schwiegertochter. Ich bin Enkelin.
Ich bin nicht geradewegs in diesen Job gekommen. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau gemacht. Ich komme aus Ilmenau, bin in ein Hotel nach Weimar gegangen. Das war für mich die große, weite Welt - von der kleinen Stadt Ilmenau in die „große“ Stadt Weimar. Dort habe ich dann die Ausbildung gemacht und es war auch immer mein Plan, Hotelfachfrau zu sein und mit dieser Ausbildung in die Welt zu gehen. Ich habe dann in London und Hamburg gearbeitet. Mittlerweile war ic h 25 Jahre alt, und da kam der Wunsch nach einem Kind, meinen Mann hatte ich schon kennengelernt. Das passte dann nicht mehr mit dem Berufswunsch zusammen.
An der Fachhochschule Nordhausen habe ich daraufhin angefangen zu studieren. Ich dachte mir, ich könnte Gastronomie, Hotellerie, Tourismus ja trotzdem noch irgendwie mit dem BWL-Studium, verbinden. Und dann kam der Tag, an dem man sich im Hauptstudium entscheiden musste - also was machst du? Ich hatte mir im Vorfeld eigentlich Marketing ausgeguckt und bin dann aber morgens aufgewacht und habe gedacht: „Ich mache Steuern“.
Es war der absolut richtige Weg. Spontane Entscheidungen - so bin ich.
Nach dem Studium in Nordhausen habe ich in Göttingen in einer großen Steuerkanzlei gearbeitet, bin dann nach Mühlhausen gegangen und habe dort meinen Steuerberater gemacht. Im ersten Versuch 2007 bin ich durchgefallen. Ich habe bis dahin immer alles relativ easy durchgeboxt und kam hier an meine Grenze. Die Prüfung ist kein Spaß, das muss man wirklich wollen. Und wenn man es dann nicht schafft- das ist schon bitter. Zwei Jahren später habe ich einen neuen Versuch gestartet und dann hat's geklappt.
Ich bin also seit 2010 Steuerberaterin. Mein damaliger Arbeitgeber bot mir damals die Partnerschaft an und dieses Angebot habe ich angenommen. Dort war ich dann bis 2019.
2019 ist meine Tochter zum Studium gegangen. Die Kanzlei lief gut. Klar, man hat ja auch mal Reibereien, aber nichts Großes. Doch irgendwie dachte ich: „Das bleibt so nicht“.
Mittlerweile weiß ich, dass das wohl oft passiert. Wenn das Kind aus dem Haus ist, wird nochmal alles umgeworfen.
Ich wollte dann erstmal raus und wusste auch nicht, ob Steuerberatung weiter mein Thema sein würde.
Da bin ich den Jakobsweg gelaufen. Ich wollte immer nur laufen. Unterwegs gab es diesen einen Tag. Ich weiß noch genau, wo ich stand. Ich habe das Bild vor Augen. Und ich wusste, dass ich das Angebot, eine Kanzlei von einem älteren Kollegen zu übernehmen, annehmen werde. Ich habe alles genau vor mir gesehen.
Ich bin nach Hause gegangen und habe meinen Vorgänger kontaktiert, habe Bescheid gesagt: „Wir machen das, ich bin dabei“ und dann ging's los.
Was hat diese Erfahrung mit Ihnen gemacht?
Ich habe mir abgewöhnt zu sagen: „Ich habe Angst“. Also es gibt natürlich Ängste, die wirklich da sind. Das ist bei mir die Höhenangst und die werde ich mit einer Wanderung auf dem Jakobswegs auch nicht besiegen.
Wie ich vorhin im Vorgespräch sagte: Für mich war es mutig, dieses Interview zu machen. Ich bin aufgeregt, aber ich habe keine Angst. Was soll auch passieren? Wenn es nicht gut ist, dann machen wir es nochmal oder eben nicht mehr.
Der Jakobsweg hat mir geholfen, zu erkennen, dass es immer irgendwie weitergeht. Es gibt immer wieder einen nächsten Schritt, man setzt nur einen Fuß vor den anderen. Manchmal ist das Ziel noch nicht ganz deutlich, aber wenn man immer einfach weiter macht, werden sich die Dinge schon klären.
Also: es geht immer weiter und man braucht keine Angst zu haben.
Und diese Einstellung hilft Ihnen auf Ihrer Reise?
Absolut. Fehlentscheidungen, Misserfolge, die jeder für sich anders definiert, haben auch immer etwas Gutes. Es gibt immer einen Sinn. Ich hatte kürzlich erst wieder eine Situation, durch die mein Ego angekratzt war.
Positiv ist, man geht wieder einen Schritt zurück und schaut, was ist da schiefgelaufen oder was hätte man anders machen können. Manchmal erkennt man einfach einmal, dass es nicht immer nur an einem selbst liegt, sondern auch mal am anderen.
Was verbinden Sie mit dieser Region? Was ist Heimat für Sie?
Mein Mann kommt aus Bleicherode und als meine Tochter auf dem Weg war, war klar: in Hamburg will ich das nicht. Ich möchte gerne in den ländlichen Bereich. So sehr ich Hamburg bis heute liebe, es wäre für mich nicht die Stadt und war nicht die Stadt, um mein Kind groß zu ziehen.
Da war Bleicherode, unabhängig davon, dass es dort eine Oma gab und mein Mann von dort kam, der optimale Ort. Und das ist er bis heute.
Es ist ein kleiner schöner Ort in schöner Umgebung.
Wir haben Grundschule, Gymnasium, Regelschule. Wir hatten Kindergarten, Kinderkrippe. Meine Tochter konnte Flöte spielen, sie konnte reiten und das alles ohne großen organisatorischen Aufwand. Es war einfach gut für uns als Familie.
Da wir ein Haus haben und in diesem Haus unser Kind aufgewachsen ist, ist das unser Lebensmittelpunkt. Manchmal denke ich auch, ich könnte gut in einer größeren Stadt leben, aber ich würde mich von diesem zu Hause nicht trennen wollen.
Alles hier sind Erinnerungen. Dieses Gefühl - das sind wir. Das ist der Ruhepunkt, den wir brauchen.
Nordhausen finde ich außerdem unternehmerisch total reizvoll. Als ich mich entschieden hatte, hier anzufangen und die Kanzlei zu übernehmen, fühlte sich das gleich einfach nur richtig an. Nordhausen ist eine tolle Stadt. Sie hat natürlich ihre Makel aber haben wir die nicht alle? Sie verändert sich, wie ich finde, sehr positiv. Wir haben hier einfach unglaublich tolle und offene Leute. Ich fühle mich sehr herzlich aufgenommen als neue Unternehmerin in Nordhausen.
Wie verbringen Sie hier Ihre Freizeit?
Wir machen viel Sport, mein Mann und ich. Wir sind immer irgendwie im Wald, entweder mit dem Hund oder wir joggen, fahren viel Rad, schwimmen ein bisschen. Wir sind einige Marathons gelaufen. Wir befinden uns eigentlich immer im Marathon-Training. Vor zwei Jahren habe ich mal gesagt, dass ich das nicht mehr mache, dass ich zu alt bin dafür. Mittlerweile haben wir uns wieder für einen Halbmarathon angemeldet.
Das ist Freizeit, das ist Ausgleich, das ist kreative Pause.
Ansonsten lesen wir ein bisschen was, machen was im Garten.
Warum sind Sie Unternehmerin?
Das ist eine gute Frage. Schon in meiner Ausbildung wusste ich, dass es für mich schwer wird, in einer Abhängigkeit zu arbeiten bzw. nicht genügend Einfluss zu haben.
Das meine ich auch gar nicht so dominant, wie es jetzt vielleicht klingen mag.
Ich habe immer Dinge gesehen, die ich anders machen würde, nicht besser, sondern einfach anders. Und da entwickelte sich dann ein Ehrgeiz, dass ich im Hotel aufsteigen wollte. Ich habe immer in Restaurants gearbeitet und bin dort auch relativ weit gekommen. Aber am Ende gibt es immer jemanden, der entscheidet. Ich habe dann recht schnell gemerkt, dass ich diejenige sein will, die entscheidet. Und das muss nicht im Großen sein. Meine Kanzlei ist nicht überdimensional groß, was ich ändern möchte, kann ich ändern.
Diese Unabhängigkeit und diese Freiheit - ich habe schnell gemerkt, dass ich das brauche.
Wie blicken Sie in dieser Rolle auf Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen?
Ich kann keine Unternehmerin sein, wenn ich meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nicht hätte. Das ist so. Ich möchte ihre Stimmen hören. Wir haben einmal im Monat Team-Meeting und dieses Meeting ist nicht ohne.
Ich bin sehr dankbar dafür, dass jeder etwas sagt und zusagen hat. Das spiegelt so viel wieder. Das sind wirklich intensive Stunden. Das wissen wir alle. Aber es bringt uns jedes Mal voran.
Ich habe Ideen, die ich vorstelle und dann machen wir uns gemeinsam an die Umsetzung. Die Entscheidung bleibt mir immer vorbehalten, aber jede Entscheidung in der Kanzlei ist für mich natürlich leichter, wenn Sie von den allen mitgetragen wird.
Bin ich sonst nicht auch falsch, wenn ich in eine andere Richtung will als das Team? Jeder hat seine Berechtigung.
Dieser Teamgedanke ist mir extrem wichtig.
Wenn es nach mir ginge - ich würde nie vorne auf einem Bild stehen wollen. Ich würde immer ganz hinten stehen. Jedenfalls ist das meine Denkweise: das Team vor mir und ich dahinter.
Die letzte Entscheidung liegt zwar bei mir, aber am liebsten allerdings mit großer Zustimmung.
Was treibt Sie Tag für Tag an? Was inspiriert Sie?
Die Antwort auf die Frage „Was treibt mich an?“ ist, bei mir zumindest, in jedem Jahrzehnt eine andere. Momentan ist es tatsächlich dieses Gefühl, gebraucht zu werden und ich bin sicher, das werden wir.
Mich treibt an, dass ich großes Vertrauen bei meinen Kollegen und meinen Mandaten genieße. Das ist solch ein wertvolles Geschenk.
Natürlich ist es schön, dabei Geld zu verdienen. Ich bin kein Verein, dann hätte ich mich anders organisieren müssen.
Aber Geld ist nicht der Grund, warum ich morgens zur Arbeit gehe.
Welche Wagnisse und Kompromisse sind Sie auf Ihrem Weg eingegangen?
Ich denke, im Widerspruch zum Blick von außen, habe ich mich hinten in den ganzen Jahren angestellt. Und das geht im Kleinen los und hört im Großen auf.
Vielleicht beginnt es damit, dass man manchmal nicht frühstückt oder nicht früh genug ins Bett geht - Kleinigkeiten eben.
Aus heutiger Sicht betrachtet, hatte ich zu wenig Zeit mit meiner Tochter. Es ist alles okay, ihr geht es gut damit. Wir haben ein wirklich tolles Verhältnis. Aber im Nachhinein denke ich oft, ich hätte etwas verpasst.
Würde ich es anders machen? Ich weiß es nicht.
Jetzt versuche ich eine andere Balance zu finden und auch einfach mal „Nein“ zu sagen. Das war bei mir ein Lernprozess und ist es immer noch.
Was macht Sie besonders stolz oder glücklich?
Hier in der Kanzlei bin ich stolz, dass wir in diesen zweieinhalb Jahren, die ich hier bin, so viel geschafft haben. Das betrifft vor allem die Herausforderungen, die Corona mit sich brachte, die Umsetzung der Digitalisierung und natürlich nicht zu vergessen der Generationenwechsel in der Kanzlei.
Im Privaten bin ich stolz auf meine Tochter und glücklich, mit meinem Mann verheiratet zu sein.
Wie nehmen Sie und ihr Mann sich die Zeit füreinander?
Da gibt's ich keinen Plan.
Mein Mann hat viele Jahre in Nordrhein-Westphalen gearbeitet und ist seit einigen Jahren wieder hier. Wir sind fast jeden Tag zusammen. Damit habe ich das Gefühl, dass wir einen sehr großen Zeitgewinn haben.
Wenn man das Hobby teilt, dann verschafft uns dieses Hobby natürlich gemeinsame Zeit.
Wir lernen immer mehr, dass es wichtig ist, sich hinzusetzen und zu reden und zwar nicht nebenbei.
Was macht Sie aus, dass Sie das alles schaffen?
Ich bin irgendwie nie zufrieden und total ehrgeizig. Ich möchte das gar nicht sein. Ich glaube, dass passiert unterbewusst. Ich könnte gar nicht definieren, an welchem Punkt ich zufrieden wäre.
Ich bin kreativer Unternehmer hinsichtlich der Vorstellung, wie sich die Kanzlei entwickeln kann. Manchmal gibt es natürlich Tage, da bin ich echt einfach fertig.
Ich komme dann nach Hause und will eigentlich nur auf die Couch. Aber dann denke ich zum Beispiel: „Ach ne, jetzt mähe ich Rasen“. Das gibt mir einen Push, dann bin ich wieder da und habe wieder Kraft.
Ich glaube, ich kann auch nicht so richtig stillsitzen.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich merke immer wieder, dass ich diesen Ehrgeiz unbedingt runterfahren muss, um Dinge zu erreichen. Wenn ich zum Beispiel Ideen habe, kann ich nicht das Team damit überfordern. Also nehme ich mich etwas zurück, dann komme ich weiter.
Auf dem Jakobsweg gab es jemanden, einen älteren Mann, der sagte zu mir: „Du musst langsamer gehen, damit du am Ziel ankommst“. Das fällt mir dann immer mal wieder ein.
Die Ziele müssen nicht so groß sein, sondern lieber kleiner und die geht man dann langsam an.
Ich glaube, das eigentliche Ziel ist es, Ruhe rein zu bringen - Ruhe in mich.
Denn wenn ich ruhig bin, kann ich Ruhe weitergeben.
Wie gehen Sie mit Sorgen und Ängsten um?
Das fällt mir echt schwer. Ich mache mir große Sorgen bezüglich der Ukraine natürlich.
Der Klimawandel macht mir echt Sorgen. Wir diskutieren in der Familie und reden viel darüber.
Oft bin ich im Zwiespalt zwischen dem Luxus, den ich leben kann und dem Luxus, den ich leben dürfte, damit es umweltfreundlich ist. Ich bewundere alle Aktivisten. Da bin ich nicht der Kämpfer. Die Zeit habe ich nicht und auch nicht die Kraft.
Ich muss das so stehen lassen. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehe.
Manchmal drücke ich diese vielleicht auch einfach weg.
Für welche Themen engagieren Sie sich oder werden sogar aktivistisch?
Ein großes Thema für mich ist auf jeden Fall die Frau in der Gesellschaft. Da sind wir noch lange nicht so weit, wie wir sein könnten.
Ich hatte eingangs gesagt: „Ich bin eine Frau“.
Nun bin ich seit 12 Jahren Steuerberaterin und war vorher in der Sozietät mit einem Mann. Ich hatte immer das Gefühl, ich müsste mich dem Mann anpassen.
Also stellen Sie sich vor: schwarzer Anzug, T-Shirt. Ich hatte schon immer kurze, dunkle Haare. Wir hatten so eine Art … unfreiwillige Uniform. Das ist nur eine Kleinigkeit, aber es ist so gewesen und hat entsprechend gewirkt.
Heute trage ich immer noch gern mal einen Anzug und ein weißes Shirt, aber als Frau. Ich habe einen anderen Umgang, Themen anzugehen. Dieser ist auch emotional.
Ich versuche nicht mehr, dem Klischee männlicher Führung gerecht zu werden. Und ich erlaube mir immer mehr, eine weibliche Chefin zu sein.
Ein Beispiel? Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hier haben Kinder und wenn das Kind krank ist, dann ist das Kind krank. Das Kind steht an erster Stelle.
Ich arbeite mit Vertrauen und ich denke, dass ich zurückbekomme, was ich gebe.
Ich glaube, das fällt einer Frau leichter, die selbst ein Kind im Berufsleben großgezogen hat.
Oder ich nenne ein weiteres Beispiel aus der Corona-Zeit. Endlich hatte jemand wieder einmal einen Friseurtermin ergattert. Ja natürlich soll derjenige dort hingehen, ich bitte darum.
Es ist mir wichtig, einfach klarzumachen: Wir sind Frauen und wir gehen die Dinge anders an - die Ergebnisse sind nicht schlechter, auch nicht unbedingt besser.
Wir gehen einen anderen Weg zum selben Ziel.
Was denken Sie muss in diesem Bereich noch getan werden?
Wenn ich ein Beispiel geben darf? Ich sprach zwei Herren, eigentlich sehr moderne Männer unterschiedlichen Alters. Es ging darum, dass jetzt „Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“ gesagt wird. Die beiden sagten, es sei doch klar, dass sich alle angesprochen fühlen, wenn man „Mitarbeiter“ sagt.
Ich habe darauf hingewiesen, dass das genau zwei Männer sagen, die natürlich mit dem Wort: „Mitarbeiter“ angesprochen sind.
Mich persönlich stört es nicht, ich bin ein Mitarbeiter, von mir aus.
Aber es gibt eben Frauen, die sich nicht angesprochen fühlen.
Und selbst wenn es nicht darum ginge, dass man sich angesprochen fühlt, geht es doch um die Wahrnehmung an sich, die Wertschätzung und das Gesehen werden.
Wir sind bunt. Und da braucht es, glaube ich, noch so, so viele Gespräche und das immer wieder.
Man sollte einfach immer wieder in den Austausch gehen nach dem Motto: „Bei mir ist es eben anders als bei dir“.
Ich finde, man muss einfach immer weiter reden über verschiedene Sichtweisen und Standpunkte, eben über Diversität.
Geraten Sie in Konkurrenz- oder Vergleichskonflikte?
Das mit dem Vergleichen wird besser. Das festzustellen und sich dann davon lösen ist wirklich schwer. Ich bin auf dem Weg.
Denken Sie Ihre Tochter wird diesbezüglich freier sein?
Ich glaube, diese Generation ist schon deutlich freier, wenn man hört, wie miteinander geredet wird. Sie sind, glaube ich, deutlich reflektierter, als wir es in dem Alter waren und zum Teil auch, als wir es jetzt sind. Sie nehmen die Dinge ganz anders wahr. Es sind natürlich viele Jahre und viele Erfahrungen dazwischen.
Doch ich glaube, die jungen Leute heute sind da schon deutlich weiter als wir und das ist gut.
Wie sieht Ihr Alltag aus? Beschreiben Sie uns einmal einen beliebigen Tag!
Ich erlaube mir seit ein paar Monaten auszuschlafen. Das heißt, ich schlafe so bis halb oder dreiviertel sieben. Früher bin ich immer halb sechs aufgestanden. Dann kommt mein Mann und bringt mir einen Kaffee ans Bett und das ist einfach großartig - jeden Tag. Wenn ich noch ein paar Minuten habe, lese ich noch im Bett die Zeitung.
Dann stehe ich auf, mache mich fertig und bin dann zwischen acht und neun im Büro.
Hier gehe ich dann erstmal eine Runde und begrüße alle. Das kann auch mal länger dauern, immer abhängig davon, was gerade zu besprechen ist. Dann beginnt der Arbeitstag.
Je nachdem, wie lange ich arbeite und wann ich zu Hause bin, gehen wir unsere Hunderunde, machen vielleicht noch etwas Sport oder gehen auf eine Veranstaltung.
Die Abende sind also immer etwas unstrukturiert aber morgens halte ich mich an die Regelmäßigkeiten und komme damit gut und leicht in den Tag.
War früher alles besser?
Kann ich für mich definitiv nicht sagen. Ich glaube, mein Leben wird immer besser, je älter ich werde. Das kann ich für mich so sagen, weil viele Dinge deutlicher werden, ich mir Wünsche erfüllen kann und ich sehr dankbar bin.
Was ist ihr Lieblingsessen und warum?
Mein Lieblingsessen sind Thüringer Klöße mit Rouladen, von meiner Mutti gemacht, und Rotkohl. Und warum - schmeckt einfach total gut, ich weiß nicht, warum.
Was möchten Sie uns noch mitgeben auf den Weg?
Gehen Sie langsamer, damit Sie am Ziel ankommen.


























































































































































